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Mi, 27. Januar 2016, 14:22

Software::Desktop

Pale Moon 26 mit eigener Browser-Engine fertiggestellt

Die Entwickler von Pale Moon haben eine überarbeitete Version des Browsers, der von Firefox abgeleitet ist, freigegeben. Das Pale Moon-Projekt will keine Funktionalität, die von der traditionellen Oberfläche des Browsers abweicht oder die Freiheit der Benutzer einschränkt. Nun hat es auch Mozillas Browser-Engine Gecko geforkt.

Mirko Lindner

Pale Moon ist ein zu Firefox weitgehend kompatibler Browser, der anfänglich nur unter Windows lief, inzwischen aber auch unter Linux und Android. Das Projekt wurde offenbar schon zu Zeiten von Firefox 3.5, mit Vorläufern noch früher, gestartet. Die augenfälligste Eigenschaft von Pale Moon ist, dass es diverse Änderungen der Oberfläche von Firefox nicht mitmachte, insbesondere wurde auch das in Firefox 29 eingeführte Australis-Design abgelehnt. Die Oberfläche beruht auf XUL auf dem Stand von Firefox 24 und soll maximal konfigurierbar bleiben. So werden auch Themes und Skins unterstützt.

Die meisten Firefox-Erweiterungen funktionieren auch mit Pale Moon und können direkt von der Mozilla-Addon-Seite installiert werden. Für einige populäre Erweiterungen, die nicht direkt nutzbar sind, wurde Ersatz geschaffen und auf einer eigenen Addon-Seite platziert. Sprachpakete stehen zur Verfügung, um die standardmäßig englische Oberfläche umzustellen, und die Wörterbücher von Firefox zur Rechtschreibprüfung können direkt genutzt werden.

Pale Moon 26.0.0 ist eine gegenüber 25.8 stark überarbeitete Version, die einige Monate in Arbeit war und eine größere Zahl von Änderungen bringt. Die drei größten davon sind die Browser-Engine Goanna, die Reduktion der Zahl der unterstützten Sprachen und ein aktiver Cross-Site-Scripting-Filter.

Die Engine Goanna ist ein Fork von Gecko, der laut dem Team nötig wurde, um die Kompatibilität mit Pale Moon und mit Webseiten zu verbessern. Zudem befürchtete man rechtliche Probleme bei der weiteren Verwendung des Namens, der als Marke von Mozilla geschützt ist. Goanna wird weiterhin viel Code von Gecko übernehmen, aber der andere Name und die andere Versionsnummer sollen klarmachen, dass beide Engines unterschiedlich sind.

Die Anzahl der unterstützten Sprachen wurde auf knapp über 30 reduziert, da das Team nicht genug Kapazitäten für die weiteren Sprachen hat. Die Benutzer müssen ihr Sprachpaket für die neue Version von Pale Moon aktualisieren.

Die Sicherheit von Pale Moon wurde durch einen aktiven Cross-Site-Scripting-Filter verbessert. Dieser blockiert Inhalte bei einem Verdacht auf Cross-Site-Scripting. Da er neu entwickelt ist, ist Feedback zu Fehlern und falschen Alarmen erwünscht. Cookies müssen nun strikter RFC 6265 entsprechen, sonst werden sie abgelehnt.

Die neue Browser-Engine Goanna bringt auch Verbesserungen bei der Kompatibilität und der Konformität mit Standards. Die Oberfläche wurde ebenfalls aktualisiert und soll nun auch mit den Oberflächenrichtlinien des jeweils eingesetzten Systems besser kompatibel sein. Das Bildformat WebP wird jetzt unterstützt. Auf Webseiten lassen sich mit der Programmiersprache Ruby Anmerkungen oder Änderungen vornehmen, was jedoch standardmäßig ausgeschaltet ist. Der eigene Speicherallokator wurde zugunsten des jeweiligen System-Speicherallokators aufgegeben, was die Geschwindigkeit steigern soll. Auch die Handhabung großer Mengen von Tabs soll nun besser vonstatten gehen.

Weitere Änderungen sind in der Ankündigung der neuen Version aufgeführt, die sich allerdings selbst außerstande sieht, die große Zahl der Änderungen separat zu beschreiben. Pale Moon 26.0.0 steht auf der Download-Seite als Binärpaket oder Quellcode für Linux, Android und Windows bereit.

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