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Mo, 22. Februar 2016, 09:09

Gesellschaft::Politik/Recht

NHS hat Spine2 fertiggestellt

Großbritanniens National Health Service (NHS) hat nach mehrjähriger Neuentwicklung seine zentrale Gesundheitsdatenbank Spine auf freie Technologien umgestellt. Mit dem Projekt wurde bereits 2012 begonnen. Ziel war es, die damals verwendeten Oracle-Technologien durch freie Software zu ersetzen, um Kosten zu senken und ein Produkt zu haben, das jederzeit von Entwicklern an die aktuellen Bedürfnisse angepasst werden kann.

Die Kernbestandteile von Spine2 wurde bereits 2014 in Betrieb genommen, doch die letzten Komponenten wurden erst im Januar dieses Jahres auf freie Software umgestellt. Federführend war das Health and Social Care Information Centre (HSCIC), das jetzt auch die freie Gesundheitsdatenbank betreut. Das System basiert auf der freien, verteilten, dokumentenbasierten NoSQL-Datenbank Riak, dem in Python implementierten asynchronen und blockierungsfreien Webserver Tornado und der In-Memory-Datenbank Redis. JSON, Mustache und Schematron werden werden für den Datenaustausch genutzt und um HL7-Nachrichten und CDA-Dokumente zu erzeugen. Das Echtzeit-Indexierungs- und Berichtswerkzeug Splunk ist das einzige in Spine2 verwendete proprietäre Produkt. Wenn Anpassungen nötig sind, ist der NHS nicht mehr von einem großen Hersteller abhängig, sondern kann kleine und mittlere Unternehmen damit beauftragen.

Spine2 verbindet rund 28.000 primäre und sekundäre Gesundheitsdienstleister miteinander und hat Daten von rund 80 Millionen britischen Patienten gespeichert. Erfasst werden Krankengeschichte, Allergien, Unverträglichkeiten und aktuelle Medikationen, so dass Ärzte Behandlungen optimieren können und kostenintensive Doppelbehandlungen vermieden werden. Die Gesundheitsdienstleister nutzen Spine, um Behandlungsdaten auszutauschen, Arzneimittelrezepte elektronisch an Apotheken zu senden sowie für Forschung und Qualitätskontrollen. Patienten können mit Hilfe des Systems Reservierungen in Krankenhäusern vornehmen.

Wie das Newsportal governmentcomputing.com berichtet, sind in Spine2 aktuell etwa 150 TB Daten gespeichert. Pro Sekunde werden über das System 1.800 Transaktionen abgewickelt. Spine wurde im August 2014 im laufenden Betrieb umgestellt. In einer zweiten Umbauphase wurden beispielsweise der Care Identity Service und die Secondary Uses Service-Datenbanken (SUS) in freier Software implementiert. Daten des SUS dienen der Planung des Gesundheitswesens, für Inbetriebnahmeleistungen und Erfolgshonorare sowie zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit. Die Arbeiten daran wurden am 31. Januar abgeschlossen. In den nächsten Monaten möchte das HSCIC zusätzliche Dienste für Spine implementieren, beispielsweise Anmeldemethoden für Mobilgeräte.

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