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Do, 25. Februar 2016, 10:24

Gesellschaft::Politik/Recht

München: LiMux als Sündenbock für IT-Probleme?

Im Münchner Stadtrat soll später in diesem Jahr erneut über den Einsatz von Linux in der Stadtverwaltung diskutiert werden. Die Grünen vermuten, dass gewisse Linux-feindliche Kreise LiMux für vielerlei Probleme verantwortlich machen wollen.

Stadt München

Für die Münchner Grünen ist klar, dass LiMux, das an Münchner Bedürfnisse angepasste Debian-System, zum Sündenbock für alle IT-Probleme gemacht werden soll. In aller Regel liege die Ursache der Probleme aber woanders. Mit dieser Mitteilung reagieren die Grünen auf eine ihrer Ansicht nach irrefühende Meldung der Abendzeitung. Die Meldung stellte die Abkehr von Linux als fast schon beschlossene Sache dar und führte eine Reihe von Problemen auf, die aber schon bei oberflächlichem Lesen nichts mit Linux zu tun hatten.

Die Partei hält nach wie vor Linux für die beste Lösung. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Dr. Florian Roth erneuerte dabei auch seine Forderung, die Zuständigkeit für die städtische IT in einer Stelle zusammenzufassen – bei einer Art CIO (Chief Information Officer) – anstatt sie auf drei »Häuser« aufzusplitten. Dies bestätigte Roth auch auf telefonische Anfrage von Joinup.

Tatsache ist aber, dass in München selbst Teile der SPD rückwärtsgewandt sind, insbesondere der seit Mai 2014 amtierende Oberbürgermeister Dieter Reiter. Erst recht gegen Linux und für Windows ist sein CSU-Stellvertreter Josef Schmid. Durchsetzen konnten sie sich bislang nicht, allerdings werden die IT-Probleme der Stadt zur Zeit überprüft und es ist eine erneute Diskussion im Stadtrat später im Jahr abzusehen.

Von den 18.000 Desktop-Rechnern der Stadt München laufen jetzt über 17.000 mit LiMux. Um die verbleibenden 1.000 Windows-Installationen, darunter etliche mit Windows XP, und ca. 500 virtuellen Windows-Desktops loszuwerden, müssen die restlichen proprietären, nur Windows-fähigen Anwendungen umgestellt oder ersetzt werden. Das soll laut einem Artikel von Tech Republic in den nächsten vier Jahren 16,6 Mio. Euro kosten. Es soll sich dabei um 41 Anwendungen handeln, die mit Dingen wie Luftverschmutzung und Hochwasserschutz zu tun haben. Details nennt der Artikel nicht. Joinup geht davon aus, dass diese Anwendungen durch moderne Webanwendungen ersetzt werden sollen. Wie man sich aber leicht ausrechnen kann, wäre eine Migration zurück zu Windows durch Lizenz- und steigende Support-Kosten teuer - und würde trotzdem die Erneuerung der Anwendungen nötig machen.

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