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Fr, 1. April 2016, 06:56

Gemeinschaft::Personen

Torvalds: »Kein Porno unter Linux«

Ohne eine größere Ankündigung hat Linus Torvalds im Zuge des aktuellen Merge-Fensters einen Patch der Gruppe »Gesellschaft gegen Porno« in den Kernel aufgenommen. Damit wird es künftig nicht mehr möglich sein, Pornos ohne eine explizite Bestätigung des Alters unter Linux abspielen zu lassen.

Larry Ewing

Welche Filme Linus Torvalds mag, ist nicht überliefert. Ein Befürworter von Pornografie ist er wahrscheinlich aber nicht. Nachdem das aktuelle Merge-Fenster fast geschlossen wurde, schob Torvalds recht kurzfristig einen Patch der »Gesellschaft gegen Porno« nach und aktivierte damit eine Zugriffsteuerung der besonderen Art. Denn der Patch verhindert auf der Kernelebene – konkret beim DRM-Handling – dass unter Linux harte Pornografie dargestellt werden kann. Erst nachdem sich der Anwender bei »Gesellschaft gegen Porno« mit einem eigens erstellten Schlüssel authentifiziert hat, wird die Wiedergabe freigeschaltet. Torvalds kommentierte den Commit lakonisch mit »Kein Porno unter Linux«.

Was sich anfänglich nach einem Scherz anhört, hat durchaus einen ernsten Hintergrund. Videotechnik, aber vor allem das Internet haben die Verfügbarkeit und den Zugang zu Pornografie im Laufe der letzten Jahre massiv vereinfacht. Seitdem werden zunehmend wissenschaftliche Studien über Auswirkungen von Pornografie auf die Psyche, besonders bei Heranwachsenden, durchgeführt. Auf weltanschaulicher, sozialarbeiterischer und teilweise religiöser Ebene wird deshalb bereits seit geraumer Zeit diskutiert, dass sich der Konsum von Pornografie belastend oder sogar schädlich auf die Konsumenten auswirkt- auch wenn zahlreiche Wissenschafter beispielsweise die Onanie als eine moderne Form der Meditation ansehen.

Bereits kurz nach der Übernahme äußerten prominente Kernelentwickler Bedenken bezüglich der Aufnahme. Jeff Vix, der von Greg Kroah-Hartman die Promotion des Kernels übernahm, bemängelte vor allem die wirtschaftlichen Auswirkungen des Patches. So ging bereits im Jahr 2006 eine Erhebung von weltweit jährlich 40 Millionen Nutzern von Internet-Pornografie aus. Mit der zunehmenden Verbreitung des Internets dürfte sich die Zahl mittlerweile erheblich vergrößert haben. Da die Nutzung von Pornografie, genauso wie die von Linux, überwiegend durch männliche Nutzer erfolgt, ist deshalb laut Vix davon auszugehen, dass der Patch Linux-Anwender besonders hart treffen wird. Doch auch einen weit gewichtigeren Grund führt Vix nicht auf - durch das faktische Verbot von Onanie unter Linux ist davon auszugehen, dass der ohnehin schon nicht zimperliche Ton auf der Kernel-Mailingliste sich noch verschärfen wird.

Update: Bei dieser Nachricht handelt es sich um einen Aprilscherz

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