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Mi, 6. April 2016, 11:31

Gemeinschaft::Personen

Linus Torvalds über das Internet der Dinge

Erstmals hat Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels, auf dem »Embedded Linux Conference & OpenIoT Summit« der Linux Foundation gesprochen und sich zum Internet der Dinge geäußert. Das Gespräch fand im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Dirk Hohndel von Intel statt.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Schon seit Längerem begleitet uns Linux in eingebetteten Geräten wie digitalen Videorekordern und Routern. Durch das Internet der Dinge (IoT) erhält diese Entwicklung in nächster Zeit einen massiven Schub. Torvalds sagt, selbst ihm entgingen manche Anwendungsmöglichkeiten von Linux. So sei er vor 15 Jahren sehr erstaunt gewesen, Linux in einer Zapfsäule auf einer Tankstelle zu entdecken.

Auf nicht allen eingebetteten Geräten ergibt Linux Sinn, so Torvalds auf der Konferenz, wie etwa bei Sensoren. Linux werde im Internet der Dinge an zentraler Stelle präsent sein, sich aber nicht unbedingt in alle Verästelungen fortsetzen. Ihn persönlich interessieren Betriebssysteme hauptsächlich ab dem Punkt, wo mindestens ein Speichermanagement erforderlich ist.

Die Probleme mit eingebetteten Geräten im IoT seien einerseits die schnelle Produktentwicklung, bei der kein Feedback zu Torvalds oder der Linux-Gemeinschaft zurückfließt. Zudem bemängeln etwa Sicherheitsexperten wie Bruce Schneier, das IoT-Geräte oft nicht gepatcht werden können. Torvalds, der schon immer eine pragmatische Sicht auf Sicherheit pflegt, sagt, er sei nicht allzu besorgt, da er eh nicht viel tun könne, um die Situation zu verbessern. Theoretisch könne Open Source immer gepatcht werden, praktisch stünden dem aber oft die Hersteller im Weg, wie das Beispiel Android eindringlich vor Augen führe.

Beim IoT wie auch anderswo werde nach der üblichen Devise verfahren, die Dinge erst einmal fertigzustellen und in den Markt zu bekommen, Sicherheit spiele zunächst einmal eine untergeordnete Rolle. Er selbst sei aber erst dann besorgt, wenn jemand bei ihm zu Hause sein System hacke und die Heizung auf 35 Grad stelle.

Ein weiteres Manko stellen die oft zu kurzen Zeiträume dar, mit denen auch teure Geräte wie Smartphones von den Herstellern unterstützt werden. Hier könnten beim IoT eventuell alternative Betriebssysteme wie CyanogenMod bei Smartphones für eine bessere Versorgung mit sicherheitsrelevanten Patches sorgen.

Es sei nicht immer leicht, mit der Embedded-Szene zusammen zu arbeiten, so Torvalds, es werde aber mittlerweile besser. Besonders im Bereich der ARM-Gemeinschaft gebe es zunehmend gute Zusammenarbeit. Als aufkommendes Problem sieht Torvalds die Kommunikation der IoT-Geräte untereinander. Hier sieht er keine einheitliche Standardisierung, sondern drei oder vier proprietäre Herstellerstandards.

Abschließend sagte Torvalds, er wisse nicht, wohin die Entwicklung mit Linux im IoT gehe. Er mache keine Fünfjahrespläne, so habe Linux nie funktioniert. Er wisse, was im Zeitfenster für Einreichungen des nächsten Kernels passiere. Darüber hinausgehende Pläne seien illusorisch. Linux wachse auf natürliche Art und Weise, und das macht es nach seiner Meinung auch künftig zum bevorzugten Betriebssystem des Internets der Dinge.

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