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Fr, 15. April 2016, 10:22

Software::Distributionen::Ubuntu

Snap als neues Paketformat in Ubuntu 16.04 LTS »Xenial Xerus«

Wenn Canonical in wenigen Tagen Ubuntu 16.04 veröffentlicht, wird mit Snap ein neues Paketformat an Bord sein, das mit dem herkömmlichen DEB-Format im gleichen Dateisystem koexistieren kann.

Canonical

Alles begann mit dem Click-Format, das Canonical für die Ubuntu-Phone-Schiene entwickelt hat. Die Plattform forderte ein Umdenken in Sachen Sicherheit und Stabilität. Aus Click wurde Snappy für Server und vor allem Cloud-Computing und das Internet der Dinge. Dabei kündigte Mark Shuttleworth schon relativ früh an, Snappy werde auch für den Desktop kommen, allerdings vorerst alternativ zum von Debian überkommenen DEB-Standard. Mit Ubuntu 16.04 LTS »Xenial Xerus« werden Snaps für die Desktop-Variante nun offiziell eingeführt.

Ubuntu 16.04 LTS wird erstmals die Möglichkeit bieten, Snaps, wie die mit Snappy erstellten Pakete heißen, neben DEB-Paketen zu installieren. Entwickler können somit entscheiden, ob sie den Ubuntu-Anwendern DEBs oder Snaps zur Verfügung stellen wollen. Mit Snaps erhalten Anwender von Ubuntu-LTS-Versionen die Möglichkeit, während zwei Jahren Laufzeit leichter an aktuelle Pakete zu kommen. Da Snaps ihre Abhängigkeiten im Paket mitbringen, können so vom einfachen Paket mit wenigen Abhängigkeiten bis zur kompletten Desktopumgebung viele neuere Entwicklungen in eine bestehende Ubuntu-Installation integriert werden. Mit Debian-Paketen wäre der Aufwand ungleich größer.

Da Snap-Anwendungen vom Rest des Systems isoliert sind, erhöht sich damit auch die Sicherheit. Gleichzeitig kommt die Software früher zum Anwender, da Tests automatisiert werden können. Geht einmal etwas schief, wird das Snap wieder entfernt, ohne Reste im System zu hinterlassen oder Löcher aufzureißen. Für Entwickler liegt ein weiterer Vorteil darin, dass sie mit einem Format alle Plattformen inklusive der für Canonical in Sachen Konvergenz wichtigen Mobilsparte abdecken können. Um externen App-Entwicklern entgegenzukommen, sollen bestehende Apps bis zum Herbst von DEB nach Snap überführt werden.

Das Debian-Paketformat wird vorerst auch über 16.04 hinaus weiter unterstützt werden. Noch wichtiger: Die Repositories, die von Derivaten von Ubuntu als Basis genutzt werden, sollen auf lange Sicht erhalten bleiben. Für Entwickler schuf Canonical das Tool Snapcraft zum Erstellen von Snaps.

Natürlich hat das neue Format auch seine Nachteile. So fällt der Platzbedarf von Snaps höher aus als der von DEBs. Snaps bringen ihre Abhängigkeiten mit und duplizieren somit unter anderem viele Bibliotheken, die in einem herkömmlichen System als dynamische Bibliotheken nur einmal existieren. Aktualisierungen von bestehenden Snaps hingegen können inkrementell durchgeführt werden.

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