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Mo, 18. April 2016, 08:00

Software::Distributionen::Debian

Mehdi Dogguy zum Debian-Projektleiter gewählt

Mehdi Dogguy wurde zum neuen Debian-Projektleiter gewählt. Das ergab die jetzt beendete Wahl unter den Debian-Mitgliedern. Da er der einzige Kandidat war, war das Ergebnis bereits so gut wie sicher.

Software in the Public Interest (SPI)

Nachdem der amtierende Debian-Projektleiter Neil McGovern nach nur einer Amtszeit auf eine weitere Kandidatur verzichtet hatte, fand sich nur ein Debian-Entwickler, der für das Amt kandidieren wollte: Mehdi Dogguy, der bereits letztes Jahr kandidiert hatte. Wie Projektsekretär Kurt Roeckx jetzt verkündete, wurde Dogguy wie erwartet gewählt, nur 13 Entwickler stimmten nicht für ihn. Die Wahlbeteiligung war allerdings angesichts des klaren Ausgangs mit nur 27% die geringste in der Geschichte von Debian. Trotzdem wurde die notwendige Zahl von 48 gültigen Stimmen für mindestens eine Option weit übertroffen und die Wahl ist damit gültig. Details der Abstimmung sind auf der Webseite verfügbar.

Dogguys Amtszeit begann bereits gestern, am 17. April. Der tunesischstämmige Franzose arbeitet im Bereich des Hochleistungsrechnens für den Energiekonzern Électricité de France. Er ist langjähriger Debian-Mitarbeiter und hat unter anderem Beiträge für OCaml in Debian, das Release-Team, UbuntuDiff und Debian France im Lebenslauf stehen. Er hat laut seiner Wahlplattform vor, das Problem der Komplexität der Zusammenarbeit in Debian anzugehen. Debian ist so groß geworden, dass es seiner Ansicht nach einen Verbund vieler kleinerer Projekte darstellt. Das macht es schwerer, Lösungen zu erarbeiten, die sich auf das ganze Projekt skalieren lassen.

Dazu will er die Vorgehensweisen (Prozesse) in Debian verbessern. Engpässe sollen erkannt und behoben werden. Die Kommunikation zwischen Teams soll verbessert werden. Gemeinsame Ziele sollen wieder mehr im Mittelpunkt stehen und die Prozesse vereinfacht werden.

Dogguy will außerdem eine neue Roadmap aufstellen, in der Veröffentlichungsziele und andere Projektziele dokumentiert werden. Zudem will er die Verwaltung von umfassenden und schwierigen Änderungen verbessern, neue Mitarbeiter gewinnen und Debian an die sich ändernden äußeren Bedingungen anpassen. Zu letzterem gehört auch die Bereitstellung von offiziellen Images virtueller Maschinen mit Debian. Debian soll auch wieder offener für Innovationen werden, um weiter relevant zu bleiben.

Debian-Projektleiter ist nicht unbedingt das dankbarste Amt. Es ist wie alle Posten in Debian ehrenamtlich und mit viel Zeitaufwand verbunden. Der Debian-Projektleiter bestimmt ein Jahr lang die Richtlinien des Projekts und füllt damit eine ähnliche Rolle aus wie ein Regierungschef. Er trifft personelle und finanzielle Entscheidungen, aber keine technischen. Technische Fragen werden von den zuständigen Entwicklern angegangen, und nur in seltenen Streitfällen entscheidet das Technische Komitee. Eine der wichtigsten Aufgaben des Projektleiters ist die Repräsentation des Projekts nach außen, unter anderem in Vorträgen, Interviews und Gesprächen mit Kooperationspartnern. Der Projektleiter kann zudem Aufgaben an Freiwillige delegieren und andere Entwickler mit entsprechenden Vollmachten ausstatten.

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