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Di, 19. April 2016, 11:09

Software::Distributionen::Fedora

Phase 1 auf dem Weg zu Fedora Workstation abgeschlossen

Christian Schaller erläutert in seinem Blog die Ziele, die die Initiative Fedora-Next für die Workstation-Variante der Distribution gesetzt hatte und wie weit diese erfüllt wurden.

fedoraproject.org

Fedora-Entwickler Schaller hat kurz vor der Veröffentlichung von Fedora 24 die Entwicklung von Fedora Workstation in seinem Blog beleuchtet und die einzelnen Aspekte näher erläutert. Ein grundlegender Aspekt bei den Überlegungen am Anfang war, dass die Art, wie Pakete verteilt werden, zukünftig anders gestaltet werden soll. Anstelle der heute vorwiegenden Paketmanagementsysteme sollten Applikations-Bündel stehen, die möglichst distributionsübergreifend eingesetzt werden können. Dabei wollte man aber nicht alle Vorteile des RPMS-Verfahrens über Bord werfen.

Da zwar auch bei anderen Distributionen in die gleiche Richtung gedacht wurde, aber keine greifbaren Ergebnisse vorlagen, war die Idee der XDG-Apps geboren. Die Hauptziele sind ein Sandbox-Modell, in dem Anwendungen mit so wenig wie möglich Kontakt zum Host laufen, sowie die Möglichkeit für Dritte, Anwendungen zu schreiben und zu verteilen, ohne dabei verschiedene Paketmanagement-Systeme bedienen zu müssen. Nähere Informationen hierzu liefert das Gnome Wiki.

Ein weiterer wichtiger Aspekt zu einem modernen Compositing-System, das mithilfe von OpenGL rendert, war der Übergang von X zu Wayland. PulseAudio musste lernen, mit XDG-Apps umzugehen, mit Pinos wurde eine Anwendung geschaffen, die für Video die gleiche Handhabung der Hardware erlaubt, die PulseAudio für Audio bietet und von Anfang an Sandboxed Applications unterstützt. Peter Hutterers Libinput ist ein weiterer Baustein auf dem Weg zu Wayland als Standard. Die Bibliothek kümmert sich um Eingabegeräte unter dem neuen Display-Protokoll.

Schaller sieht mit dem jetzigen Stand und mit dem Erscheinen von Fedora 24 diese erste Phase in der Entwicklung von Fedora Workstation als abgeschlossen, auch wenn dieses Ziel so nie in einer Roadmap verankert war. Wayland sollte erstmals mit Fedora 22 Standard werden, wurde aber jeweils auf die nächste Fedora-Version verschoben. Mit Fedora 24 sieht Schaller erstmals ein Wayland, das er von den Funktionen als komplett beschreibt und das hoffentlich mit Fedora 25 zum Jahresende X als Standard ablösen kann.

Auch XDG-Apps macht weitere Fortschritte hin zur allgemeinen Verfügbarkeit. Entwickler Alexander Larsson arbeitet derzeit an der Konformität von XDG-Apps mit den Anforderungen von Opencontainers. Zudem sind XDG-Apps seit Kurzem distributionsübergreifend auch in Debian verfügbar. In Fedora 23 sind XDG-Apps erstmals experimentell in Gnome Software integriert. Gnome Software erfuhr zudem zusätzliche Erweiterungen durch die Fähigkeit, Systemaktualisierungen durchzuführen sowie Firmware-Updates direkt aus dem laufenden System anzustoßen.

In den letzten beiden Jahren konstatiert Schaller ein starkes Wachstum der Anwenderbasis von Fedora. Die Anstrengungen der einzelnen Entwickler und Teams kumulieren in Fedora 24, das dann den zweiten Teil der Arbeit an der Vision von Fedora Workstation einläutet.

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