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Fr, 29. April 2016, 11:18

Software::Distributionen::Debian

Devuan-Projekt veröffentlicht erste Beta

Das Projekt Devuan hat eine erste Beta-Version seines Forks von Debian ohne Systemd herausgegeben.

Devuan

Devuan »Jessie« ist die erste Beta-Veröffentlichung des »Devuan GNU+Linux Free/Libre Operating System«-Projekts, das seit Ende 2014 unter dem Motto Init Freedom daran arbeitet, eine auf Debian basierende Distribution ohne Systemd zu erstellen. Die »Veteran Unix Admins« (VUA), die Devuan 2014 ins Leben gerufen haben, hatten eigentlich einen früheren Veröffentlichungstermin ins Auge gefasst, doch die Aufgabe erwies sich als schwieriger als erwartet.

Devuan entspricht weitgehend Debian, ersetzt aber Systemd durch das früher bei Debian genutzte Sysvinit als Init-System. Zudem existieren Unterprojekte, die weitere Init-Systeme wie runit, sinit, openrc und s6 unterstützen wollen. Wie auch bei Debian, wird die Struktur der Zweige Stable, Testing und Unstable beibehalten. Während Stable den Namen Jessie trägt, sind die beiden anderen Zweige nach Planeten benannt, wobei derzeit Ascii für Testing und Ceres für Unstable steht. Die Infrastruktur des Projekts wurde teils neu geschrieben. So wurde für die Paketverwaltung Amprolla erstellt und Jenkins angepasst.

Für die jetzige Veröffentlichung wurden insgesamt 381 Pakete von Debian geforkt. Dabei wurden, so vorhanden, Abhängigkeiten zu Systemd und Debians Branding entfernt und Pakete an Devuans Infrastruktur angepasst. Das Paket baseconf wurde neu geschrieben, um apt-pinning für Sysvinit zu ermöglichen sowie die Devuan-Repositories zu favorisieren. Derzeit sind die Pakete systemd und systemd-sysv gebannt. Sollte sich nach Veröffentlichung der finalen Version 1.0 ein Weg finden, Systemd alternativ zuzulassen, ohne das jetzige System zu gefährden, könnte dieser Bann wieder fallen. Im Rahmen der Veröffentlichung der ersten Beta-Version wurde auch die Webseite völlig überarbeitet.

Devuan entstand aus der Kritik, die die Wahl von Systemd als Standard-Init bei Debian zur Folge hatte. Die VUAs warfen Debian vor, mit der Entscheidung für Systemd seine Ziele und damit seine Anwender zu verraten. Zudem sei Debian mittlerweile stark vom GNOME-Projekt und somit indirekt von Red Hat dominiert, das wiederum als Quelle von Systemd zur Gleichschaltung von Linux und als Lock-In aller großen Distributionen angesehen wird.

Devuan kann von der Projektwebseite heruntergeladen werden. Der Debian-Ableger steht derzeit nur als 64-Bit-Image mit Installer und knapp 650 MByte zur Verfügung. Ein Live-Image wird nicht angeboten. Neben Images für Vagrant und andere gibt es auch ein Netinstall-Image mit rund 200 MByte. Derzeit ist der Download-Server allerdings stark überlastet.

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