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Fr, 13. Mai 2016, 10:33

Software::Distributionen::Debian

ZFS in Debian akzeptiert

ZFS ist in der Form von »ZFS on Linux« (ZoL) nach vier Jahren Arbeit mit einigen Rückschlägen jetzt in Debian Unstable verfügbar.

Software in the Public Interest (SPI)

Mit einer kurzen Notiz teilt Debian-Entwickler Petter Reinholdtsen die Nachricht, dass ZFS auf der Basis von ZFS on Linux ab sofort in Debian Unstable verfügbar ist. Dahinter stecken fast vier Jahre Arbeit und viele Mitwirkende. Die Absicht, ZoL für Debian zu paketieren (ITP, intent to package) wurde bereits im September 2012 in Form eines Bugreports veröffentlicht. Nachdem sich ein Team formiert hatte und die Paketierung Formen annahm, wurde das Paket erstmals im September 2013 dem FTP-Team zur Begutachtung vorgelegt.

Im August 2014 wurde das Paket vom FTP-Team aus zwei Gründen abgelehnt. Zum einen gab es einen Konflikt mit dem Namensraum, da Pakete in Debian GNU/kFreeBSD bereits den gleichen Namen nutzten. Schwerwiegender waren allerdings die Bedenken, was die Konformität mit der GPL angeht und daraus möglicherweise resultierende juristische Probleme. Die FTP-Master regten an, der Debian-Projektleiter solle eine juristische Klärung herbeiführen.

Das dazu eingeschaltete Software Freedom Law Center vertrat nach eingehender Prüfung die Meinung, das Paket sei in der vorliegenden Form der Trennung von Quellpaket und zusätzlichen Binärpaketen geeignet, in Debian integriert zu werden. Als Einschränkung gehen sie im Streitfall dabei von einer nicht-wörtlichen, sondern nach der Intention ausgerichteten Auslegung der GPL aus. Das daraufhin dem FTP-Team erneut vorgelegte Paket bestand die Prüfung in wenigen Monaten und steht nun bereit.

Das nun in den Contrib-Zweig von Debian Unstable hochgeladene Paket zfs-linux ist ein reines Quellpaket, das von dem Binärpaket zfs-dkms genutzt wird, um zur Laufzeit ein Kernelmodul für ZFS zu erstellen. Dieses Vorgehen ist notwendig, um der zugrunde liegenden Lizenz CDDL gerecht zu werden. Das zusätzlich benötigte Binärpaket zfs-utils hat keinerlei Abhängigkeiten zu Paketen, die mit der CDDL unvereinbar sind.

CDDL und GPL sind nach Ansicht der Free Software Foundation und vieler Rechtsexperten nicht vereinbar. Dabei geht es im Besonderen um die Definition des »abgeleiteten Werkes«. Hier erstreckt sich eine rechtliche Grauzone, denn obwohl ein ZFS-Modul Kernel-Funktionen aufruft und indirekt auch einbindet, besteht für eine nach Expertenmeinung vergleichbare Situation bei proprietären Grafiktreibern wie dem von Nvidia eine Ausnahmeregelung.

Canonical liefert mit Ubuntu 16.04 trotz heftiger Bedenken von Organisationen und Lizenzexperten das Kernelmodul direkt aus und hat sich nach Aussagen von Dustin Kirkland entsprechend juristisch abgesichert.

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