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Mo, 30. Mai 2016, 09:13

Software::Kernel

Linux-Kernel 4.7 tritt in die Testphase ein

Linux-Initiator Linus Torvalds hat die Kernel-Version 4.7-rc1 als erste Testversion für Linux 4.7 freigegeben. Die wahrscheinlich wichtigste Änderung bringt eine Verbesserung der Geschwindigkeit bei parallelen Pfadsuchen.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Zwei Wochen nach Linux 4.6 ist die erste Testversion von Linux 4.7 erschienen. Die kommenden sieben Wochen (bei Bedarf auch mehr) dienen zum Testen der Änderungen und Korrigieren der gefundenen Probleme. Wie Linus Torvalds dazu schreibt, sind die Änderungen dieses Mal wieder etwas geringer als im letzten Zyklus, als ein neuer Rekord nur knapp verfehlt wurde. Insgesamt integrierte er über 9900 Änderungen. Wie meistens betrafen etwa zwei Drittel der Änderungen die Treiber, wobei unter diesen wiederum die Grafik- und die Netzwerktreiber führend waren.

Eine der größten Änderungen der kommenden Version ist, dass Dateisysteme Pfadsuchen parallel ausführen können, auch wenn sie im selben Verzeichnis beginnen. Obwohl der eigentliche Code der Änderung gering ist, ist es eine große konzeptuelle Änderung, die das System in bestimmten Situationen deutlich beschleunigen kann. Die meisten Dateisysteme wurden bereits umgestellt, der Rest soll bald folgen.

Mit dem CPU Frequency Governor »schedutil« wurde der erste Governor implementiert, der Informationen zur CPU-Auslastung direkt vom Scheduler erhält und die CPU-Frequenz entsprechend anpasst. Es ist der erste Schritt zu einer besseren Zusammenarbeit von Scheduler und Energieverwaltung.

Der Kernel unterstützt nun einen UEFI-Capsule-Lader, um Firmware-Updates im EFI Capsule-Format zu laden. Das neue Sicherheitsmodul LoadPin kann dafür sorgen, dass alle in den Kernel geladenen Daten wie Module und Firmware von einem vertrauenswürdigen Laufwerk kommen.

Der Systemaufruf sigaltstack kennt nun ein neues Flag AUTODISARM. Auch die Aufrufe preadv2 und pwritev2 wurden erweitert: Sie kennen nun die Flags RWF_SYNC und RWF_DSYNC.

Der TCP-Code ist nun besser unterbrechbar, wodurch die Latenzzeiten bei der TCP-Verarbeitung sinken sollen. ARM64 wurde um Unterstützung für NUMA und Suspendieren auf die Festplatte erweitert. Optional werden die Listen mit freien Speicherblöcken im Slab-Allokator in eine zufällige Reihenfolge gebracht, was bestimmte Angriffe erschweren soll. Eine andere Änderung betrifft die Weise, wie der Kernel erkennt, dass kein freier Speicher mehr verfügbar ist.

Dynamisches Tracen bietet ab sofort erheblich mehr Möglichkeiten, nachdem nun BPF-Programme beim Erreichen von Tracepunkten ausgeführt werden können. Außerdem wurden Histogramm-Trigger hinzugefügt und eine neue Option sorgt dafür, dass sich der Trace auch auf Kindprozesse erstreckt.

Auch für Entwickler gab es einige Neuerungen, so wurde der Code, der das Erzeugen von Scatter/Gather-Listen unterstützt, aus dem SCSI-Bereich geholt und ist nun allgemein nutzbar. Die vielleicht wichtigste Änderung ist jedoch die Einführung von Multi-Order Radix Trees, die in der Speicherverwaltung mit großen Speicherseiten von Nutzen sein können.

Die zahlreichen weiteren Änderungen sind im Änderungslog von Git zu finden. Kernel und Patch-Dateien sind von zahlreichen Spiegelservern von kernel.org herunterzuladen.

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