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Fr, 3. Juni 2016, 10:04

Software::Cloud

Owncloud Inc. schließt - Owncloud GmbH bleibt

Der gestrige Start von Nextcloud hat für Owncloud unmittelbare Konsequenzen. Die US-Vertretung schließt mit sofortiger Wirkung, während die deutsche Owncloud GmbH bestehen bleibt und die Owncloud Foundation in den Mittelpunkt stellen will.

owncloud

Owncloud wurde vor sechs Jahren von Frank Karlitschek gegründet. Es ist eine Webanwendung, die sicheren Datenaustausch und Kommunikation ermöglicht. Schnell wuchs der Funktionsumfang der Software, neue Versionen wurden in schneller Folge veröffentlicht und schon Ende 2011 wurde professioneller Support über die Firma Owncloud Inc. eingeführt. Die Firma erhielt viele Millionen US-Dollar Wagniskapital und konnte etliche Entwickler sowie einige Open-Source-Veteranen einstellen. Owncloud hat, teils auch über große Installationen in Unternehmen und Organisationen, Millionen von Nutzern.

In letzter Zeit gab es jedoch Zoff bei Owncloud, und Frank Karlitschek verließ vor fünf Wochen überraschend sein Unternehmen. Über die Gründe schweigt er sich bisher aus, er deutet jedoch an, dass die Kapitalgeber bei Owncloud zuviel zu sagen hatten und nur noch in Quartalszahlen gedacht wurde, statt langfristige Ziele zu verfolgen.

Wie gestern klar wurde, ist Karlitschek nicht der einzige, der von Owncloud Abschied nahm. Nahezu die komplette Entwicklermannschaft hat das Unternehmen verlassen und sich der neu gegründeten Nextcloud GmbH angeschlossen, die das Projekt Nextcloud als Fork von Owncloud kommerziell unterstützen will. Damit tritt Karlitschek in Konkurrenz mit seiner ehemaligen Firma.

Der Start von Nextcloud hat für Owncloud unmittelbare Konsequenzen. Die US-Vertretung Owncloud Inc. schließt mit sofortiger Wirkung und entlässt die verbliebenen acht Mitarbeiter. Dies gaben die Geschäftsführer Holger Dyroff und Markus Rex bekannt und nennen als Grund, dass der Haupt-Kreditgeber die Kreditlinie gestrichen hat und ihnen damit nach US-Recht keine andere Möglichkeit blieb. Die deutsche Owncloud GmbH sei davon nicht betroffen und auch für die Kunden gebe es keine Auswirkungen.

Die Manager zeigen sich von der Entwicklung überrascht und enttäuscht und bezeichnen den Wechsel der Entwickler als Abwerbung. Die von Karlitschek vorgetragenen Kritikpunkte an Owncloud seien mit der Gründung der Owncloud Foundation bereits angegangen worden. Im siebenköpfigen Vorstand der Foundation werden Entwickler, Nutzer und ein Owncloud-Repräsentant vertreten sein. Ziel der Foundation ist es, langfristig die Gemeinschaft zu stärken und die freie Community Edition zur Verfügung zu stellen, die weiterhin »das Rückgrat des Unternehmens« darstellen soll. Wie sich der Wettbewerb zwischen Nextcloud und Owncloud auswirken wird, muss sich noch zeigen.

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