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Mi, 22. Juni 2016, 14:04

Software::Distributionen

Flatpak offiziell vorgestellt

Flatpak, ein neues Paketformat, das es ermöglicht, Anwendungen distributionsunabhängig direkt den Anwendern zur Verfügung zu stellen, ist jetzt offiziell. Die Konkurrenz zu Ubuntus Snappy-Format könnte die Ankündigung beflügelt haben.

Mirko Lindner

Flatpak wurde ursprünglich von Alexander Larsson, einem Red Hat-Entwickler, für Gnome-Anwendungen ersonnen, dann aber unter dem Namen xdg-app desktopunabhängig gemacht. Nachdem die grundlegende Funktionalität erreicht war, erfolgte eine erneute Umbenennung in Flatpak.

Wie das Projekt nun schreibt, war der Grund für die Entstehung von Flatpak, dass der Linux-Desktop schon immer durch die Fragmentation der Plattform (verschiedene Versionen der Bibliotheken, verschiedene Paketmanager) behindert wurde. Mit Flatpak dagegen wird nur noch ein einzelnes Paket der Anwendung benötigt, das auf allen Distributionen läuft, da die Anwendung alle benötigten Abhängigkeiten mitbringt.

Das »alle benötigten Abhängigkeiten« wird bei Flatpak stark abgemildert, da Flatpaks Abhängigkeiten auf bestimmte Versionen von Laufzeitumgebungen besitzen dürfen, die als separate Flatpaks zur Verfügung stehen. Ein Anwendungs-Flatpak muss also nur die Komponenten enthalten, die in der Laufzeitumgebung fehlen - im Idealfall keine außer der Anwendung selbst. An die zugrundeliegende Distribution werden nur noch wenige Anforderungen gestellt, im Grund muss nur Flatpak selbst installiert werden.

Mit Flatpak können, wie Larsson es formuliert, die Entwickler eine direkte Beziehung zu den Anwendern aufbauen, da sie Flatpaks direkt zum Download bereitstellen können. Es gibt allerdings auch Meinungen wie die des Arch-Linux-Paketbetreuers Kyle Keen, die gerade die Rolle der Paketverwalter als moderierende Instanz zwischen Anbietern und Benutzern als Vorteil sehen. Aber auch Distributionen können Flatpak-Repositorien pflegen, Fedora hat ein solches bereits begonnen.

Flatpak ist seit einigen Wochen für mehrere Linux-Distributionen verfügbar. Das Paketformat ist konform zum Standard der Open Container Initiative. Eine Reihe von Anwendungen sind als Flatpaks erhältlich, darunter LibreOffice, Gimp, Inkscape, MyPaint, Darktable und einige Gnome-Programme. An Laufzeitumgebungen steht zumindest eine Gnome-Umgebung bereit. Eine Umgebung für KDE ist in Arbeit.

Flatpaks bieten auch den Vorteil, dass sie sich auch auf älteren Systemen installieren lassen, die damit in den Genuss aktueller Softwareversionen kommen, die anderweitig nicht leicht nutzbar wären. Ein noch größerer Vorteil ist die zusätzliche Sicherheit, die Flatpaks bieten sollen. Denn die Flatpaks werden voneinander isoliert. Laut den Flatpak-Entwicklern war die Sicherheit des Linux-Desktops bisher schwach, da es kein praktikables Modell für die Isolation von Anwendungen oder die Einschränkung der Datenzugriffe gab. In der aktuellen Version von Flatpak sind die vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen noch kaum umgesetzt, die nächste Version soll sich aber ganz auf das Sandboxing konzentrieren.

Flatpak nutzt unter der Haube OSTree, das sich kurz als »Git für große Binärdateien« bezeichnen lässt, und nutzt Bubblewrap sowie diverse Kernel-Funktionalität (darunter Control Groups und Namespaces) für das Sandboxing.

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Kommentare (Insgesamt: 34 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[5]: Zu viel Indikativ (supamenn, So, 26. Juni 2016)
Re: Falsch!!! (supamenn, So, 26. Juni 2016)
Re[4]: Zu viel Indikativ (Spacaerat, So, 26. Juni 2016)
Falsch!!! (Einsteiger, Sa, 25. Juni 2016)
Re[3]: Ob snappy oder flatpack.. (krake, Fr, 24. Juni 2016)
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