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Mi, 29. Juni 2016, 12:01

Software::Distributionen::Ubuntu

Ubuntu plant Ende der i386-Unterstützung

Der Ubuntu-Entwickler Dimitri John Ledkov hat ein bereits früher diskutiertes Thema wieder aufgenommen und einen Zeitplan vorgestellt, wie die Unterstützung für die 32-bittige i386-Architektur allmählich eingestellt werden soll.

Canonical

Die Prozessorarchitektur x86_64 ist die mit großem Abstand dominierende in Servern und Desktop-Rechnern. Prinzipiell kann man auf solchen Rechnern auch 32-Bit-Systeme laufen lassen, doch meist wird man ein 64-Bit-System verwenden, das den Adressbereich auch über 4 oder 64 GB hinaus voll ausnutzen kann. 32-Bit-Prozessoren werden zwar noch eine ganze Weile leben, werden aber immer seltener.

Eine ganze Reihe von Projekten haben bereits die Unterstützung für 32-Bit-Software auf i386 eingestellt, darunter Google Chrome, ZFS und Docker. Vor diesem Hintergrund stellt der Ubuntu-Entwickler Dimitri John Ledkov die Frage, ob nach 2018 die Unterstützung von i386 in Form von Sicherheitsupdates noch gewährleistet werden kann. Er schlägt vor, von diesem Zeitpunkt an die Zahl der Neuinstallationen von i386 schwieriger zu machen. Updates von 32- auf 64-Bit-Systeme werden mittlerweile zuverlässig unterstützt, so dass eine Migration auf entsprechender Hardware möglich ist. Bestehende 32-Bit-Systeme werden erst einmal weiter unterstützt, um ältere Anwendungen nutzbar zu halten, die nur auf i386 zur Verfügung stehen.

Ledkov weist darauf hin, dass die Pflege jeder Architektur Aufwand und Kosten bedeutet, da die Build-Farm, Qualitätssicherung und Validierung in Anspruch genommen werden. Ferner benötigen sie Platz auf den Download-Servern und deren Spiegel-Servern sowie Bandbreite.

Konkret schlägt Ledkov vor, bis Ubuntu 17.10 die i386-Architektur weiter zu pflegen. Das einzige, was sich ab sofort ändern würde, wäre, dass keine Desktop- und Server-Abbilder für die Installation mehr erzeugt werden. Damit wären Neuinstallationen nur noch über das Netboot-Image und ein paar andere Methoden möglich.

Ab Ubuntu 18.04 LTS sollen keine neuen Installations-Images, kein neuer Kernel und auch keine Cloud-Images mehr erzeugt werden. Lediglich die Distribution selbst soll noch erstellt werden. Bestehende Systeme könnten aktualisiert, neue jedoch nur über eine ältere Version aufgesetzt werden.

Ubuntu 18.04 LTS soll laut Ledkov die letzte Ubuntu-Version sein, die i386 noch anbietet - diese würde allerdings noch fünf Jahre unterstützt. Sollte es nötig sein, i386-Anwendungen weiter auszuführen, so wären dafür Snaps, Container oder virtuelle Maschinen die beste Option. Bis April 2021 wäre die Unterstützung von i386-Systemen allerdings noch in vollem Umfang gewährleistet, bis April 2023 in eingeschränkter Form, die sich im Wesentlichen auf Sicherheitsupdates beschränkt.

Bevor der Plan endgültig umgesetzt wird, möchte Canonical in Erfahrung bringen, wie i386 momentan und in Zukunft noch genutzt wird. Dazu hat Bryan Quigley eine Umfrage erstellt.

Die immer mehr zurückgehende Unterstützung von i386 durch wichtige Projekte wie den Linux-Kernel und glibc zwingt auch andere Distributionen zum Handeln. Debian hat zur Zeit keine Pläne, i386 ganz aufzugeben, wird aber, wie im Mai bekanntgegeben, die Unterstützung älterer Prozessorfamilien aufgeben. Beginnend mit Debian 9 im nächsten Jahr werden alte Pentium-Systeme nicht mehr unterstützt, darunter Pentium, AMD K5, K6, K6-2 und K6-3 sowie VIA C3, IDT Winchip C6, Winchip 2 und Rise mP6. Die Unterstützung für 386 und 486 war bereits früher aufgegeben worden. Weiter unterstützt werden 686 und neuere Varianten der i386-Architektur.

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