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Mi, 6. Juli 2016, 11:04

Software::Grafik

Digikam 5.0 mit zahlreichen neuen Funktionen

Die Entwickler der Fotoverwaltungssoftware Digikam haben knapp zwei Jahre nach der letzten Hauptversion eine neue Generation der Anwendung veröffentlicht. Zu den Neuerungen von Digikam 5.0 gehören unter anderem Verbesserungen beim Zugriff auf Datenbanken, Anpassungen an der Oberfläche und eine vollständige Portierung auf Qt5.

Digikam 5.0

Caulier Gilles

Digikam 5.0

Digikam ist einer der beliebtesten Bildverwalter unter Linux. Ursprünglich wurde die Anwendung in erster Linie zum komfortablen Übertragen der Fotos von der Digitalkamera zum Linux-Rechner entwickelt. In seiner Eigenschaft als grafisches Frontend zu gPhoto unterstützt Digikam dementsprechend zahlreiche Digitalkameramodelle direkt. Seit digiKam 1.0, so die Eigenschreibweise, kurz vor Weihnachten 2009 freigegeben wurde, wird die Applikation in einem Tempo entwickelt, das kaum Wünsche offen lässt. Dementsprechend fällt auch der Funktionsumfang aus. Abgesehen von fortgeschrittenen Bildeditierfunktionen findet sich mittlerweile kaum noch eine Funktion, die Digikam nicht unterstützt. Funktionen wie HDR, Geotagging, Panorama, eine Gesichtserkennung, mannigfaltige Tagging-Funktionen und eine ausgefeilte Bildverwaltung samt automatischen Bildkorrekturen sind die herausragendsten Eigenschaften der Anwendung.

Mit der Freigabe der Version 5.0 hat das Team die Anwendung um weitere Funktionen ergänzt und vom unnötigen Ballast befreit. Eine der wohl wichtigsten Funktionen war eine vollständige Portierung auf Qt5 und auf die neue Generation der KDE-Umgebung. So wurden aus der Anwendung veraltete Qt4- und KDE4-Codestellen entfernt und viele Bereiche von Digikam wurden entweder angepasst, umgeschrieben oder neu geschrieben. Der Portieraufwand verschlang laut Aussage der Entwickler enorm viel Ressourcen, mussten doch viele wichtige APIs angepasst oder verändert werden.

Im Zuge der Portierung wurde auch die Abhängigkeit zu KDE gelockert. Zwar beteuert das Team, dass Digikam weiterhin eine KDE-Desktop-Anwendung sei, doch konnten viele der zuvor durch die KDE-Umgebung bereitgestellten Bibliotheken durch Qt-Pendants ersetzt werden. Laut Aussage der Entwickler wurden knapp 80 Prozent der Abhängigkeiten entfernt und knapp 10 Prozent der Abhängigkeiten sind nur noch optional, was unter anderem den künftigen Portieraufwand auf andere Plattformen reduziert. Ziel der Entwickler ist es, künftig Digikam optional komplett von Abhängigkeiten zu KDE zu befreien.

Fotostrecke: 14 Bilder

Digikam 5.0
Digikam 5.0
Digikam 5.0 unter Windows
Digikam 5.0 unter Windows
Digikam 5.0 unter MacOS X
Weiterhin wurden zahlreiche Bereiche der Anwendung optimiert. Unter anderem wurde der Datenbankzugriff verbessert. Die Zugriffe erfolgen nun nicht mehr durch KIO, sondern mittels einer eigenen Multi-Core-Lösung, die laut Aussagen der Entwickler erheblich schneller funktionieren soll. Zudem wurde das MySQL/MariaDB-Interface überarbeitet und auf den Stand der aktuellen Technik gebracht. Der alte Code war schon etliche Jahre alt und wurde nicht mehr aktiv gepflegt, was nun in den kommenden Monaten durch neue Betreuer sukzessive nachgeholt werden soll. Die Daten der Gesichtserkennung werden ferner nicht mehr separat, sondern direkt in der Datenbank gespeichert.

Digikam 5.0 unter Windows

Caulier Gilles

Digikam 5.0 unter Windows

Neu in Digikam 5.0 ist auch ein »virtueller Mülleimer«, der den alten Mülleimer ersetzt. Dazu nutzt die Anwendung ein verstecktes Verzeichnis, in das gelöschte Bilder verschoben werden. Der »virtuelle Mülleimer« ist portabel und direkt von Digikam zugänglich, sodass Anwender ihn erheblich leichter nutzen können. Ein Projekt, das dem »Summer of Code« entstammt, ist der verbesserte Metadaten-Workflow, der es ebenfalls in die neue Version von Digikam schaffte und der eine bessere Synchronisierung der Daten verspricht. Das neue Settings-Panel erlaubt zudem das manuelle Verändern von Exif/IPTC/XMP-Tags.

Als Bestandteil von Digikam wurden auch die kipi-plugins auf Qt5 portiert. Viele Bereiche der Plugins wurden überarbeitet. Auch hier wurden zahlreiche Abhängigkeiten zu Qt4 und KDE entfernt durch neuen Code ersetzt. Damit sollen sich viele der Tools ebenfalls leichter auf andere Plattformen portieren lassen. Zudem sei die Stabilität der Werkzeuge auf anderen Plattformen erhöht worden.

Digikam 5.0 kann ab sofort vom Server des Projektes im Quellcode heruntergeladen werden. Für MacOS X- und Windows-Anwender stehen zudem bereits fertige Pakete zum Bezug bereit, die eine leichtere Installation unter dem jeweiligen Betriebssystem versprechen. Unterstützt werden sowohl 32- wie auch 64-Bit-Systeme.

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