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Fr, 22. Juli 2016, 09:43

Gesellschaft::Politik/Recht

Software Freedom Conservancy gegen GPL-Durchsetzung zur Gewinnerzielung

Die Software Freedom Conservancy wendet sich gegen die Praxis, Firmen wegen GPL-Verstößen zu belangen und sich dann an Schadensersatzzahlungen zu bereichern. Konkret wird ein Netfilter-Entwickler genannt, der auf diese Weise vorgehen soll.

Software Freedom Conservancy

Wenn Entwickler ihre Arbeit unter die GPL stellen, dann tun sie das, damit ihr Produkt von allen frei genutzt werden kann und der Wert des Produkts für die Allgemeinheit erhalten bleibt. Wer gegen die Bedingungen der GPL verstößt, schadet diesen Zielen und damit der Allgemeinheit und sollte daher belangt werden, auch um Nachahmer abzuschrecken. Das wichtigste Ziel ist dabei aber, dass die Einhaltung der Bedingungen der GPL durchgesetzt wird. Auch wenn in der Regel eine finanzielle Wiedergutmachung oder Spende verlangt wird, ist diese für die Software Freedom Conservancy (SFC) eher symbolischer Natur und deckt in der Regel nicht die Kosten der GPL-Durchsetzung. Die SFC ist daher weiter auf Spendengelder angewiesen. Als steuerbegünstigte Organisation ist sie zu einem jährlichen Finanzbericht verpflichtet. Dieser ist öffentlich und macht alle Geldflüsse der Organisation transparent.

Zusammen mit anderen Personen und Organisationen, die bei der GPL-Durchsetzung aktiv waren, vor allem mit der FSF und gpl-violations.org, hat die SFC Prinzipien aufgestellt, wie die GPL im Sinne der Gemeinschaft durchgesetzt werden sollte. Sie hat sich zusammen mit den anderen Organisationen zu deren Einhaltung verpflichtet. Auch das Netfilter-Team hat sich vor kurzem diese Prinzipien zu eigen gemacht. In diesen Prinzipien wird betont, dass die Wiederherstellung der Konformität zur GPL das wichtigste Ziel ist. Rechtliche Schritte werden nur als letztes Mittel eingeleitet. Die Fälle werden diskret und vertraulich behandelt. Finanzieller Gewinn darf keine Priorität sein, was nochmals explizit klargestellt wird. Aus einer GPL-Verletzung darf man sich auch nicht freikaufen - die Wiederherstellung der Konformität zur GPL ist verpflichtend.

Die Software Freedom Conservancy beklagt nun, dass Patrick McHardy auf eigene Faust gegen GPL-Verstöße vorgeht und sich dabei nicht an dieses Prinzipien hält. Es gab zahlreiche Versuche, mit dem Entwickler in Kontakt zu treten, doch McHardy lehnt jede Kooperation ab. Die SFC gibt an, wenig über das Vorgehen McHardys zu wissen, außer dass er meist in Deutschland aktiv werde. McHardy wurde jetzt in der Konsequenz aus dem Netfilter-Team hinausgeworfen. Er verweigert nicht nur der SFC, sondern auch den Netfilter-Kollegen jeglichen Kontakt.

Die SFC hat nichts Prinzipielles dagegen einzuwenden, wenn jemand auf eigene Faust gegen GPL-Verletzungen vorgeht. Dieses Vorgehen sollte aber den an der Gemeinschaft orientierten Prinzipien entsprechen. Die SFC appelliert an McHardy, sich ebenfalls zur Einhaltung dieser Prinzipien zu verpflichten.

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