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Fr, 29. Juli 2016, 11:33

Software::Distributionen::BSD::FreeBSD

FreeBSD: Statusbericht von April bis Juni

Das FreeBSD-Projekt hat den Statusbericht für das zweite Quartal 2016 vorgelegt. Ein Schwerpunkt war die Vorbereitung der Freigabe von FreeBSD 11.0. Die Arbeiten am Basissystem und den Anwendungen überwogen daher die Kernel-Änderungen bei weitem.

Anton K. Gural/freebsd.org

Im zweiten Quartal 2016 wurde FreeBSD 10.3 freigegeben, noch viel mehr stand das Quartal aber im Zeichen der Vorbereitungen zu FreeBSD 11.0. Begonnen wurde damit Ende Mai, einen Monat später als geplant. FreeBSD 11.0 wird viele Neuerungen bringen; der Plan, das Basissystem mit pkg zu paketieren, wurde aber auf 11.1 verschoben. Das paketierte Basissystem wird in 11.0 nur zum Testen bereitgestellt.

Das FreeBSD-Kern-Team wurde neu gewählt und besteht nun aus John Baldwin, Baptiste Daroussin, Allan Jude, Ed Maste, Kris Moore, George V. Neville-Neil, Benedict Reuschling, Benno Rice und Hiroki Sato. Neu ist die Blog-Aggregations-Seite planet.FreeBSD.org, die endlich in Betrieb gehen konnte.

FreeBSD erhielt von JetBrains eine Lizenz für deren statische Code-Analyse-Werkzeuge, was zur Verbesserung der Code-Qualität genutzt werden soll. Es gab einen Vorgang auf den Mailinglisten, bei der eine Person Morddrohungen gegen andere Teilnehmer richtete. Gegen diese Person wurde konsequent vorgegangen und ein Bann ausgesprochen, der unbegrenzt gilt.

Die Adress-Randomisierung wurde weiter vorangetrieben, ist aber noch nicht vollständig. Ähnliches gilt für die Integration des verteilten Objektspeichers Ceph. Der EFI-Bootloader wurde umstrukturiert und unterstützt jetzt GELI, die Festplattenverschlüsselung von FreeBSD.

In der Thread-Bibliothek wurden die von POSIX geforderten robuste Mutexe implementiert. Das Grafik-Subsystem wurde auf Mesa 11.2.2 aktualisiert und einige Treiber erhielten Verbesserungen. Reproduzierbare Builds sind seit letztem Jahr im Fokus von FreeBSD und mittlerweile bei 80% der Pakete in der Ports-Sammlung möglich. Eine weitere Arbeit befasst sich damit, den LLVM-Linker für FreeBSD zu benutzen. Aktuell kann das Basissystem mit LLD gelinkt werden, der Kernel jedoch noch nicht.

Bei den Architekturen wurde die Unterstützung für Allwinner-Prozessoren verbessert. ARM64 nutzt jetzt alle vier Ebenen der Seitentabellen, was die Adressierung von bis zu 2 TB RAM ermöglicht, die virtuellen Adressen umfassen sogar 256 TB.

Das Fehlerbehebungs-Team kommt nach einigen Monaten Arbeit zu dem Schluss, dass der Prozess der initialen Fehlereinstufung und Zusammenfassung zu zeitaufwendig ist und mehr Automatisierung oder Hilfe aus der Gemeinschaft benötigt wird. Die Fristen, die gesetzt werden, sind teils zu lang oder fehlen. Hier werden Änderungen vorgeschlagen. Auch wenn viele Fehlermeldungen aus diesen Gründen zu lange offen bleiben, konnten doch auch viele Probleme behoben werden. Das Team wünscht sich Verbesserungen an Bugzilla und will auch verbesserte Statistiken in Angriff nehmen.

Die Ports-Sammlung enthält nun Firefox in Version 47 und 45 ESR. Weitere Aktualisierungen waren Thunderbird 45.1.1, Chromium 51, Ruby 2.2.5, pkg 1.8.6, KDE 4.14.10, Python 2.7.12, libc++ 3.8.0 und binutils 2.26. Gnome 3.20 ist noch in Arbeit. Aktuell ist dagegen bereits Plasma 5 mit den KDE-Bibliotheken und Qt 5.6 und 5.7. Insgesamt wurden an der 26.100 Pakete großen Ports-Sammlung über 5.300 Änderungen und Korrekturen vorgenommen. Weitere Arbeiten gab es an der Dokumentation und in der Infrastruktur des Projekts.

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