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Fr, 12. August 2016, 12:23

Unternehmen::Übernahmen

Hewlett Packard Enterprise übernimmt SGI

Hewlett Packard Enterprise hat seine Absicht bekannt gegeben, SGI für etwa 275 Mio. US-Dollar zu übernehmen. Der Kauf soll den Bereich des Hochleistungsrechnens und der Arbeit mit großen Datenmengen bei HPE stärken.

SGI

SGI war einst ein glanzvoller Unix-Anbieter, der zum einen für seine leistungsfähigen Grafik-Workstations gerühmt wurde. Dabei setzte SGI als einer von nur wenigen Herstellern auf die RISC-Prozessoren der MIPS-Architektur. Schon 1992 übernahm SGI MIPS ganz und erweiterte die Architektur auf 64 Bit, wodurch MIPS zusammen mit DEC Alpha zu den ersten 64-Bit-Prozessoren gehörte. Eine MIPS R4000-CPU gehörte auch mit zu den ersten, die die Schallmauer von 100 MIPS Rechenleistung durchbrachen.

1996 übernahm SGI auch den Supercomputer-Hersteller Cray und stieß damit ins Segment der Hochleistungsrechner vor. Auch wenn der Name Cray weiter veräußert wurde, übernahm SGI doch die Technologie, spezialisierte sich aber zusehends auf große Server für Grafik- und Videoanwendungen.

Der technologische Wandel brachte SGI aber zunehmend in Schwierigkeiten. Zweimal (2006 und 2009) musste SGI Gläubigerschutz beantragen. 2009 wurde es von Rackable übernommen, der Firmenname SGI aber beibehalten. Im Zuge der finanziellen Probleme 2006 wurde das Unix-Betriebssystem IRIX eingestellt, und SGI konzentrierte sich fortan ganz auf Linux, das es schon zuvor unterstützt hatte. Unter anderem stammt das Dateisystem XFS von SGI. Dank fortwährender Modernisierungen ist es auch heute noch eines der leistungsfähigsten und robustesten Dateisysteme für nahezu unbegrenzte Datenmengen - nur für sehr kleine Dateisysteme ist es nicht geeignet. Ein weiterer wichtiger Beitrag von SGI war OpenGL.

Im Zuge des technologischen Wandels war aber auch die MIPS-Architektur nicht mehr konkurrenzfähig, und SGI hatte nicht genug Mittel für eine Weiterentwicklung. So wurde MIPS abgestoßen und konzentriert sich heute auf stromsparende Prozessoren für eingebettete Systeme, wo sie in Massen zum Einsatz kommen. SGI nutzte zeitweise Itanium-Prozessoren, um danach zu x86-Prozessoren zu wechseln.

Zuletzt hatte SGI 1100 Mitarbeiter weltweit und einen Jahresumsatz von etwa 500 Mio. US-Dollar. Nun wird SGI zum zweiten Mal verkauft. Der Anbieter Hewlett Packard Enterprise (HPE) wird, sofern der Kauf genehmigt wird, SGI für 275 Mio. US-Dollar übernehmen. HPE bietet Hardware, Software und Dienstleistungen für Hochleistungsrechner und die Analyse großer Datenmengen, daneben auch Cloud-Systeme und Infrastruktur. Mit den SGI-Technologien, insbesondere der schnellen Datenanalyse im Speicher, will HPE seine Position im Hochleistungsrechner-Segment stärken, das 11 Mrd. US-Dollar Umsatz pro Jahr generiert.

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Kommentare (Insgesamt: 9 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: Glory days ... (haha, Di, 16. August 2016)
Re: Glory days ... (gustl, So, 14. August 2016)
Re[4]: Glory days ... (Silicon Spaghetics, Sa, 13. August 2016)
Re[2]: Glory days ... (Emmett Grogan, Fr, 12. August 2016)
Re[3]: Glory days ... (Randy Andy, Fr, 12. August 2016)
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