Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

So, 14. August 2016, 11:33

Software::Distributionen

Google arbeitet an mysteriösem neuen Betriebssystem Fuchsia

Google hat ohne Ankündigung den Quellcode eines neuen Betriebssystems namens Fuchsia veröffentlicht. Den wenigen Informationen zufolge könnte es zu einem noch unbekannten Zeitpunkt einmal Android und Chrome OS ablösen.

Mirko Lindner

Fuchsia wurde am Wochenende im Quellcode auf Googles Repositorium »Google Git« veröffentlicht. Eine offizielle Ankündigung dazu steht noch aus.

Das Betriebssystem besteht aus Magenta, einer Weiterentwicklung des Little Kernels (LK), den grundlegenden Werkzeugen und Bibliotheken sowie einem Grafiksystem. Es beruht somit nicht auf Linux, sondern auf einem Kernel, der eigentlich für kleine Systeme gedacht ist. LK nennt zwar SMP-Fähigkeit als Eigenschaft, ist sonst aber zweifellos minimal und, da es keine ältere Hardware unterstützen muss, frei von vielem Ballast. LK wird seit mindestens acht Jahren von Travis Geiselbrecht entwickelt, der für den größten Teil des Codes selbst verantwortlich ist. Mehr als ein halbes Dutzend Entwickler haben weitere signifikante Beiträge geleistet. LK steht unter der freien MIT/X11-Lizenz. Die Verwendung eines auf LK aufbauenden Kernels würde es Google erlauben, auf die von den Herstellern gehasste GPL zu verzichten.

Der auf LK aufbauende Kernel von Fuchsia heißt Magenta. In der kurzen Beschreibung heißt es, dass LK für eingebettete Geräte gedacht ist, die wenig RAM, unveränderliche Peripheriegeräte und klar definierte Aufgaben haben. Magenta hingegen ist auf moderne Smartphones und Computer ausgelegt, die viel RAM, schelle Prozessoren und beliebige Peripheriegeräte besitzen. Dazu haben die Google-Entwickler zusätzliche Ebenen über LK implementiert. Unter anderem führten sie das Konzept von Prozessen ein, die aus LK-Threads und LK-Speicher bestehen. Darauf aufbauend unterstützt Magenta Benutzerprozesse, während bei LK alles im Kernel-Adressraum läuft. Magenta arbeitet ferner mit Handles für Objekte und besitzt ein Sicherheitsmodell, das auf Capabilities beruht. Google plant, LK nach und nach so umzubauen, dass es nichts mehr mit dem Original gemeinsam hat. Details sind in der Dokumentation zu Magenta zu finden.

Fuchsia kann derzeit für x86_64 sowie ARM (32 und 64 Bit) compiliert und in Qemu ausgeführt werden. Als Bausystem werden Ubuntu und Mac OS X angegeben, als Compiler ist derzeit nur GCC möglich. An der Nutzung von Clang als Compiler wird aber offenbar gearbeitet. Einzelheiten erläutert die Manifest-Datei. Ob der Quellcode bereits komplett ist und etwas Nennenswertes zu sehen ist, wenn man das System erstellt, ist noch offen. Das Fuchsia-System scheint, abweichend von Kernel, unter einer BSD-Lizenz zu stehen.

Werbung
Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung