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Fr, 2. September 2016, 13:43

Software::Entwicklung

Gtk-Projekt beschließt neues Versionierungs- und Veröffentlichungsschema

Die Entwickler des GUI-Toolkits Gtk werden in den nächsten Monaten ein neues Versionierungs- und Veröffentlichungsschema einführen. Die bedeutendste Änderung wird die Abschaffung der festen halbjährlichen Zyklen sein. Abweichend von früheren Plänen sollen die Versionsnummern eine Abwandlung der semantischen Versionierung werden und sich nicht so sehr vom bisherigen Schema unterscheiden.

Das neue GTK-Versionierungsschema

gtk.org

Das neue GTK-Versionierungsschema

Mitte Juni wurden erste Überlegungen der Gtk- und Gnome-Entwickler publiziert, die Versionierung des freien, ursprünglich im Gimp-Projekt entwickelten Toolkits Gtk zu ändern. Jetzt haben sie offenbar das endgültige Vorgehen festgelegt, wie einem Beitrag im Gtk-Entwicklerblog zu entnehmen ist.

Die Zielgruppe von Toolkits wie Gtk+ sind keine Endanwender, sondern Entwickler. Im Falle von Gtk+ sehen die Entwickler diese Zielgruppe in drei Gruppen mit teils gegensätzlichen Interessen aufgeteilt. Zum einen besteht der Wunsch seitens der Anwendungsentwickler, die Programmierschnittstelle für sehr lange Zeit unverändert zu lassen. Desktop-Entwickler wie bei Gnome zum Beispiel wollen dagegen auch Testversionen nutzen, um neue Funktionalität baldmöglichst zu den Anwendern zu bringen. Die Gtk-Entwickler selbst sind wieder eine andere Gruppe, die zur Pflege der Software in längeren Zyklen auch größere Änderungen vornehmen muss.

Das neue Schema kommt einem merkwürdig vertraut vor. Es soll langfristig unterstützte stabile Versionen geben, die etwa alle zwei bis drei Jahre erscheinen sollen, sobald sie stabilisiert sind. Die wichtigsten Punkte einer neuen Hauptversion sind, dass sie inkompatibel mit früheren Versionen ist, aber stets parallel zu einer älteren Version installiert werden kann - nicht nur zur Ausführung von Anwendungen, sondern auch zur Entwicklung. Dasselbe ist heute schon bei Gtk 2 und Gtk 3 der Fall.

Wenn also in voraussichtlich einem halben Jahr Gtk+ 4.0 erscheint, wird dies eine stabile Version sein, an der sich nichts Wesentliches mehr ändert. Was sich ändern kann, ist, dass zusätzliche Komponenten hinzukommen. Dies würde in den nachfolgenden Versionen 4.1, 4.2 usw. geschehen, die je nach Bedarf erscheinen sollen. Jede Hauptversion soll mindestens drei Jahre lang auf diese Art weitergepflegt werden. Zwischen den Unterversionen, beispielsweise 4.0 und 4.1, sollen bei Bedarf Revisionen wie 4.0.1 erscheinen, um wichtige Fehler oder Sicherheitslücken zu beheben.

Die Entwicklung von Gtk+ selbst wird von »instabilen« Veröffentlichungen begleitet, die eine gerade Unterversionsnummer beginnend mit 90 erhalten. Zwischen Gtk+ 3.22 und Gtk+ 4.0 wird es also die Testversionen 3.90, 3.92 usw. geben. Diese sollen alle sechs Monate erscheinen, was dem bisherigen Zyklus entspricht. Auf diese Versionen würden nach dieser Vorstellung die Gnome-Entwickler setzen, um den Gnome-Desktop weiterzuentwickeln.

Das demnächst erscheinende Gtk+ 3.22 wird die letzte Version der Gtk 3-Serie sein und somit eine Version, die noch einige Jahre unterstützt wird, ohne noch nennenswerte Änderungen zu bringen. Sie tritt damit neben die ältere Gtk-Version 2.24, die ebenfalls noch gepflegt wird. Weitere Details zu dem neuen Schema sollen in künftigen Blog-Beiträgen behandelt werden.

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