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Mo, 5. September 2016, 16:48

Software::Virtualisierung

Qemu 2.7 freigegeben

Der CPU- und System-Emulator Qemu liegt jetzt in Version 2.7 vor. Die aktuelle Version enthält zahlreiche Verbesserungen, unter anderem bei virtio-Blockgeräten und SCSI-Geräten.

Mirko Lindner

Qemu ermöglicht es, auf einem Rechner ein virtuelles Gastsystem auszuführen. Als Emulator eingesetzt, kann Qemu Betriebssysteme und Programme, die für eine bestimmte Architektur erstellt wurden, auf einer anderen Architektur ausführen. Dabei wird durch den Einsatz eines Just-in-Time-Compilers eine recht hohe Ausführungsgeschwindigkeit erreicht. Qemu kann jedoch auch als Virtualisierer eingesetzt werden. Dabei läuft die virtuelle Maschine fast genauso schnell wie ein reales System, wenn Qemu als Frontend für Hypervisoren wie Xen oder KVM eingesetzt wird.

Qemu 2.7 bringt wiederum zahlreiche Änderungen. Die Unterstützung von verschlüsselten qcow2-Imagedateien wurde aufgegeben, sie war ohnehin seit mehreren Versionen unbenutzbar. In den Qemu-Werkzeugen blieb sie erhalten, um die Daten aus vorhandenen Images auslesen zu können. Zur Verschlüsselung wird jetzt LUKS empfohlen, das möglicherweise auch einmal direkt in den qcow2-Code integriert wird.

Zahlreiche Änderungen gab es bei der Unterstützung verschiedener Architekturen. ARM kann nun unter anderem auch das Board Xilinx Zynq ZCU102 emulieren. In x86 werden nicht nur mehr als 255 CPUs unterstützt, sondern es können jetzt zur Laufzeit auch CPUs (mit Ausnahme der ersten) entfernt werden. In KVM kann ab Linux 4.8 LMCE virtualisiert werden.

Bei virtio-blk können nun mehrere Warteschlangen pro Gerät definiert werden. Statusdaten von SCSI-Geräten werden nun korrekt an den Gast durchgereicht, und SCSI-Scanner können jetzt ebenfalls durchgereicht werden. Unter Xen ist nun paravirtualisiertes USB möglich.

Die User-Mode-Emulation kann jetzt, nach langer Zeit, endlich Signale und Threads korrekt emulieren sowie den Neustart von Systemaufrufen emulieren. Außerdem kann die User-Mode-Emulation auch Docker-Images ausführen. Zum Erzeugen und Aktualisieren dieser Images, stehen einige Kommandos zur Verfügung. Auf diese Weise können Docker-Images für eine andere Architektur auf dem eigenen Rechner ausgeführt werden.

Darüber hinaus erhielt Qemu in der neuen Version zahlreiche weitere Verbesserungen und Korrekturen. Einzelheiten findet man im Änderungslog. Der Quellcode von Qemu 2.7 steht auf der Download-Seite zur Verfügung.

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