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Mi, 14. September 2016, 16:04

Gemeinschaft::Organisationen

ArduPilot distanziert sich von DroneCode

Das Projekt ArduPilot, das freie Hard- und Software zur Steuerung von Drohnen erstellt, distanziert sich vom DroneCode-Projekt der Linux Foundation, das vor zwei Jahren im Wesentlichen aus ArduPilot entstanden war.

Dronecode

Vor zwei Jahren hatte die Linux Foundation mit viel Fanfare das Projekt Dronecode ins Leben gerufen. Dronecode sollte ein gemeinschaftlich entwickeltes Projekt zur Steuerung von zivilen Flugdrohnen sein. Neben anderen existierenden freien Projekten stützte sich Dronecode wesentlich auf ArduPilot. Wie bei allen Linux Foundation-Projekten sollte Dronecode eine demokratische Projektleitung mit gewählten Vorständen und Satzung werden.

Einer der Vorstandssitze sowie die Leitung der Technikabteilung wurde an Samba-Mitgründer Andrew Tridgell vergeben. Tridgell ist für vieles bekannt, neben Samba auch für sein Reverse-Engineering des BitKeeper-Protokolls, was schließlich zum Eklat und zur Entwicklung von Git, dem inzwischen erfolgreichsten verteilten Versionsverwaltungssystem, führte. Wofür er nicht bekannt ist, ist Nachgiebigkeit gegenüber unfreien Projekten. So ist es nun auch Tridge, der die Vorstandsarbeit von Dronecode massiv kritisiert und den Austritt von ArduPilot aus dem Projekt verkündet. ArduPilot arbeitet künftig unter eigenem Namen auf der erneuerten eigenen Webseite weiter.

Laut Tridgell weist die Satzung von Dronecode einen fundamentalen Fehler auf. Sie gibt den Platin-Mitgliedern, die am meisten finanziell zum Projekt beitragen, viel zu großen Einfluss. Damit können Unternehmensinteressen einer kleinen Zahl von Mitgliedern über die Interessen der anderen Mitglieder und der Gemeinschaft dominieren. Genau das führte in den letzten zwei Monaten zum Konflikt.

Getrieben von dem Wunsch, eine proprietäre Version des Autopilot-Stacks zu schaffen, haben die Platin-Mitglieder nun, wie Tridgell weiter schreibt, das Projekt im Handstreich übernommen. Sie entfernten alle beteiligten Open-Source-Projekte von Dronecode und ließen nur eigene Vertreter im technischen Beirat übrig. Dann ließen sie den Beirat einen Beschluss fassen, dass alle beteiligten Projekte ihre Marken, Zugänge und Domains an Dronecode abgeben sollten.

Während das PX4-Projekt dies offenbar akzeptiert hat, ist ArduPilot strikt dagegen und zieht die Konsequenzen, da eine an die Gemeinschaft gerichtete Zusammenarbeit anscheinend nicht mehr willkommen ist. Eine gute Sache, auf die ArduPilot in Zukunft verzichten muss, ist das Forum, das ArduPilot mit vielen Firmen in Kontakt brachte. Aus diesem Grund wird ArduPilot Firmen als Partner akzeptieren und eine gute Beziehung zu ihnen pflegen. Einmal im Monat soll es eine direkte Besprechung zwischen den ArduPilot-Entwicklern und den Partnerfirmen geben. Außerdem nimmt das Projekt auch Spenden an.

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