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Fr, 23. September 2016, 09:22

Software::Kernel

Kein Linux auf Lenovo-Laptops

Auf Lenovo-Laptops, die mit Windows 10 ausgeliefert werden, lässt sich offenbar Linux nicht installieren. Grund dafür ist eine Verkettung von Umständen bei den Treibern des Festplatten-Controllers.

Larry Ewing

Linux-Entwickler Matthew Garrett tritt in einem Blog-Beitrag Verschwörungstheorien entgegen, dass Lenovo und Microsoft ein Abkommen getroffen hätten, andere Betriebssysteme als Windows 10 auszusperren. Für Garrett stellt sich die Situation anders dar.

Ausgangspunkt ist demnach, dass der Windows-Treiber für den Festplatten-Controller eine so schlechte Energieverwaltung besitzt, dass Lenovo mit hohen Support-Kosten oder gar Geräteschäden rechnen müsste, wenn dieser Treiber zum Einsatz käme. Daher wird ein Treiber von Intel eingesetzt, der die notwendigen speziellen Einstellungen für eine gute Energieverwaltung vornimmt.

Um zu verhindern, dass der Windows-Treiber verwendet wird, hat Lenovo im BIOS der Geräte den Controller-Modus von »Standard« (AHCI) auf »RAID« umgestellt. Dieser Modus bewirkt, das sich die PCI-ID des Controllers ändert, so dass sich der Windows-Treiber nicht mehr binden kann und der Intel-Treiber stattdessen gewählt wird. Wenn es nun möglich wäre, die Controller-Einstellung wieder zurückzusetzen, wäre auch Linux installierbar, doch diese Option hat Lenovo entfernt, wohl aus Furcht, dass Windows-Benutzer die Einstellung ändern könnten.

Vor diesem Hintergrund ergibt die offensichtlich sinnlose Umschaltung einer einzelnen Festplatte in den RAID-Modus für Lenovo aus wirtschaftlicher Hinsicht Sinn. Das Problem für Linux ist nun, dass es keinen Treiber gibt, der mit diesem RAID-Modus arbeiten kann. Ob die Unterstützung dieses Modus einfach wäre oder einen ganz unterschiedlichen Treiber erfordert - für alle Intel-RAID-Controller gibt es Linux-Treiber im Standard-Kernel - lässt Garrett offen. Er stellt lediglich fest, dass Intel bisher keine Unterstützung für diesen Modus zu Linux beigetragen hat. Offenbar hatte bisher auch noch niemand aus der Gemeinschaft das Bedürfnis, dies zu tun. Doch Garrett bemängelt zusätzlich, dass Intel auch noch keine Dokumentation herausgegeben hat, wie die optimale Energieverwaltung auf den neueren Laptops auszusehen hat. Wäre die Unterstützung von Intel hier so wie bei den Server-Systemen, wäre das Problem erst gar nicht entstanden.

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