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Fr, 3. Februar 2017, 11:42

Software::Grafik

Die verbleibenden Hürden auf dem Weg zu Gimp 2.10

Gimp-Entwickler Alexandre Prokoudine berichtet vom gerade laufenden einwöchigen Treffen des Gimp-Teams in Barcelona. Überlegungen zu Gimp 2.10 und den nachfolgenden Versionen spielen dabei eine bedeutende Rolle.

gimp.org

Wie Prokoudine berichtet, verschaffte sich das Team gemeinsam eine Übersicht über den aktuellen Stand. Das lang erwartete Gimp 2.10 wird noch von einer Reihe von Dingen aufgehalten, die wohl noch Monate dauern werden. Soll sollen einige Funktionen in libgimp für obsolet erklärt werden, aber es fehlt noch an den passenden Ersatzfunktionen, was noch eine Menge Arbeit bedeutet.

Der lineare Arbeitsablauf für Pixeldaten ist noch nicht vollständig. Der »Linear«-Schalter im Histogramm-Dialog mutet wie ein Prototyp an und muss verbessert werden. Die Kurven- und Stufen-Dialoge sowie einige weitere Dinge müssen ebenfalls noch angepasst werden. Die Modi für die Ebenen wurden für Gimp 2.10 überarbeitet, was zu Änderungen führte, wie diese in den XCF-Dateien gespeichert werden. Die Oberfläche, um zwischen diesen Modi zu wechseln, muss verbessert werden, und es stehen weitere interne Arbeiten zur Unterstützung dieser Modi an.

Die Entwickler stellten fest, dass bei dunklen Themes die deaktivierten Menüpunkte heller als aktivierte sind. Das ist ein Problem, das seine Ursache wohl in der GTK+-Pixbuf-Engine hat. Probleme gibt es auch beim neuen symbolischen Icon-Theme, das darüber hinaus unvollständig ist. Möglicherweise wird Gimp 2.10 zu normalen farbigen Icons und einem hellen Theme als Standard zurückkehren, wenn sich niemand aufrafft, diese Probleme zu lösen.

Bei der Farbverwaltung, die sich durch alle Komponenten von Gimp 2.10 zieht, gibt es noch ein Problem, und zwar bei GEGL-basierten Filtern. Die Farbverwaltung ist vorhanden, aber langsam und macht die Oberfläche unübersichtlich. Ein Geschwindigkeitsproblem plagt auch das Warp Transform-Werkzeug, wenn es große Bilder verarbeiten soll.

Für Gimp 2.10 liegen noch rund 60 offene Fehlerberichte vor. Einige davon sind nach erster Einschätzung nicht so bedeutend und können bis nach Gimp 2.10 warten, andere dagegen müssen auf jeden Fall noch behoben werden.

Eigentlich ist geplant, nach Gimp 2.10 die Portierung von GTK+ 2 auf GTK+ 3 abzuschließen und als Gimp 3.0 ohne neue Funktionen zu veröffentlichen. Doch offenbar wurde für die GTK+ 3-Portierung seit vier bis fünf Jahren kaum etwas getan. Sie soll compilierbar sein, doch muss sie nochmals genau untersucht werden, um einschätzen zu können, wieviel Aufwand die Fertigstellung noch mit sich bringt. Wenn sich herausstellen sollte, dass es länger dauert, könnte es sein, dass Gimp direkt zu GTK+ 4 wechselt.

Zwar soll Gimp 2.10 in diesem Jahr erscheinen, doch angesichts der Verzögerungen denkt das Team darüber nach, wie man die Zeit zu Gimp 3.0/3.1 überbrücken und die Entwickler bei Laune halten kann. So wäre es denkbar, in Aktualisierungen von Gimp 2.10 auch neue Funktionen einfließen zu lassen, was bis jetzt verpönt war. Das Team sieht zuviele noch unvollständige Funktionen und wird einige davon wahrscheinlich stilllegen, um Gimp 2.10 in absehbarer Zeit veröffentlichen zu können. Diese Funktionen könnten dann in nachfolgenden Versionen wieder aktiviert werden. Auch eine Entwicklerversion 2.11, die in Gimp 2.12 mündet, ist denkbar. Noch ist es laut Prokoudine aber zu früh, um darüber zu entscheiden.

Auch weiterhin sind alle Interessenten dazu aufgerufen, sich an der Entwicklung von Gimp zu beteiligen. Neben Code sind auch Icons und Themes, Übersetzungen und Tests gefragt. Das Team will in Kürze ein Flatpak-Paket von Gimp veröffentlichen, was das Testen erleichtern könnte. Ein weiterer Bericht über den Stand von Gimp soll nach dem Ende des Entwicklertreffens erscheinen.

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