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Thema: Mozillas neues Konzept für Erweiterungen

22 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von Nur ein Leser am Fr, 10. März 2017 um 12:55 #

Insgesamt zeichnet der Artikel ein eher negatives Bild der Umstellung und geht mit keinem Wort auf die Vorteile ein bzw. zieht mal einen Vergleich über den Tellerrand von Mozilla hinweg.

Deshalb würde ich mal ergänzen:

1. Warum macht Mozilla überhaupt die Umstellungen?

- Bisher gab es keine APIs für Erweiterungen, mittels XUL konnten diese quasi alles in Firefox anpassen/ändern.
Ergebnis: Seit der Umstellung auf das Rapid Release-Modell gab es immer wieder Addons, die plötzlich nicht mehr funktionierten, weil die Interna von Firefox geändert wurden. Weiteres Problem: Einige Addons haben Kernfunktionen von Firefox derartig modifiziert, das ggfs. Abstürze oder Performanceprobleme resultierten. Der User meckerte über Firefox, der aber gar nichts damit zu tun hatte.

- Die neuen APIs sollen hier für beide Seiten Klarheit bringen.
Mozilla kann sicherstellen, das die Interna von Firefox unangetastet bleiben und Addons nur definierte Aktionen durchführen können.
Die Addon-Entwickler können sich darauf verlassen, das (so lange die API unverändert bleibt) ihre Addons mit jeder neuen Version von Firefox garantiert ohne Anpassungen funktionieren.

- Eine klare Trennung von Firefox-Kern und Addons ist auch die Vorbedingung für die erfolgreiche Weiterführung der Multiprozess-Entwicklung von Firefox. Damit Firefox performant und stabil in mehreren (Content-)Prozessen läuft, sollen die Addons eben nur noch über APIs zugreifen

2. Wie ist die Situation abseits von Mozilla?

- Chrome als der führende Browser hat seit seiner Anfangszeit nur Addons, die über APIs interagieren. Das Modell ist dem der Webextensions sehr ähnlich, ebenso wie die Gründe

- Mozilla wird mehr/mächtigere APIs zur Verfügung stellen als für Chrome verfügbar sind. Mozilla hat auch bei den Addon-Entwicklern (insbesondere denen, die sehr beliebte Addons entwickeln) nachgefragt, welche APIs sie brauchen. Entsprechend der Wichtigkeit sollten also nahezu alle sehr beliebten Addons entsprechende APIs zur Verfügung gestellt bekommen

- Sehr viele beliebte Addons gibt es auch jetzt schon in einer Version für Chrome. Der Portierungsaufwand sollte sich für die Addon-Entwickler in Grenzen halten, da Konzept und APIs von Chrome- und Webextensions ähnlich sind.

Es gibt ein paar Extensions, die auf der Strecke bleiben werden, das ist korrekt. Insbesondere solche, die tiefgehende Änderungen an der UI vornehmen ("Classic Theme" o.ä.). Das deren Entwickler verärgert sind, ist nachzuvollziehen, aber unvermeidlich, wennn Mozilla die Ziele (s.o.) erreichen will.
Das Feedback sehr vieler Addon-Entwickler ist dagegen wohl konstruktiv bis positiv. Auch der Entwickler von "NoScript" (was ja auch immer als Beispiel für ein sehr wichtiges Addon genommen wird, das es nicht in Chrome gibt), ist durchaus positiv - er hat sich nämlich eingebracht und zusammen mit Mozilla einen Weg gefunden, wie er die benötigten APIs in Firefox 57 bekommt.

Wer zu diesem Thema mehr wissen möchte, dem lege ich das Blog von Sören Hentzschel ans Herz:
https://www.soeren-hentzschel.at/

  • 1
    Von Rome am Fr, 10. März 2017 um 13:14 #

    Richtig.

    Außerdem sind Entwickler sehr bequeme Menschen (ich nehme mich da nicht aus). So lange etwas funktioniert gibt es auch keinen Grund, etwas zu ändern.

    Da muss man eben einfach mal in den sauren Apfel beißen und die alten Zöpfe abschneiden um etwas zu bewegen.

    Die wirklich wichtigen Addons werden ja portiert. Bei den vielen kleinen Convenience-Addons wird man sehen, ob sich die alten Entwickler noch mal aufraffen können oder ob es dann jemand anders macht. Wenn das Projekt beliebt genug ist, wird sich da immer jemand finden und wenn das Projekt eh keinen interessiert, dann braucht es auch keine Portierung.

    1
    Von ___# am Fr, 10. März 2017 um 14:02 #

    Die API ist der von Chrome (und Opera und Edge) sehr ähnlich und zum Teil gleich. Dadurch werden viele Extensions die für Chrome entwickelt wurden ohne großen Aufwand auch unter Firefox laufen (und Opera und Edge).

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Von mw am Fr, 10. März 2017 um 14:33 #

Die Änderung mag technisch begründet sein, aber das spielt keine Rolle. Nur der Netzen des Werkzeugs spielt eine Rolle. Wenn FF nun nicht mehr mit "Classic Theme" benutzbar ist, ist der Nutzen für mich eben nahe Null und damit ist FF raus. Browser sind Werkzeuge und diese müssen dem ergonomisch sein und dem Benutzer gut in der Hand liegen. Das tut FF schon länger nicht mehr, mit den Extensions gings dann aber noch. Fallen die Weg, fällt das Werkzeug weg. Leider ist die Sichtweise bei FF wie bei vielen anderen OSS, z. B. GNU/Linux, viel zu sehr auf die Entwickler zentriert. Dabei ist der Kunde/Nutzer/Anwender entscheidend. Leider ein immer größer werdendes Manko der FOSS Welt.

  • 1
    Von Nur ein Leser am Fr, 10. März 2017 um 14:54 #

    Wenn FF nun nicht mehr mit "Classic Theme" benutzbar ist, ist der Nutzen für mich eben nahe Null und damit ist FF raus
    Browsen kann man auch mit einer anderen Benutzeroberfläche, aber gut, es ist Dein Empfinden.
    Nur: Zu welchem Browser möchtest Du denn wechseln?
    Chrome z.B. hat eine noch reduziertere UI als der aktuelle FF und ist noch weniger anpassbar.

    viel zu sehr auf die Entwickler zentriert. Dabei ist der Kunde/Nutzer/Anwender entscheidend
    Ich glaube Du irrst hier.
    Ich denke, Mozilla fokussiert sich schon auf den User und sieht diesen als sehr gewichtig für Design- und Funktionsentscheidungen an - nur eben nicht jeden Einzelnen.
    Soll heißen: Die meisten User von FF sind mit dem aktuellen Design absolut zufrieden, sehr viele User können sich auch mit einem noch "schlankeren" Chrome anfreunden. Es gibt zwar ein paar, wie Dich, die es nicht mögen - aber es sind, absolut betrachtet, nicht viele. Wahrscheinlich denkst Du, es wären viele User von FF, die so denken wie Du - aber vermutlich steckst Du da in einer Filterblase, sorry.

    • 1
      Von mw am Fr, 10. März 2017 um 15:39 #

      Kann sein, daß die meisten Nutzer mit dem zufrieden sind, was Chrome o. ä. so bieten. Meinen Ansprüchen genügt es nicht und genau dieses bringe ich zum Ausdruck.

      Vermutlich sind auch viele mit Windows10 zufrieden, ich kann mit einem solchen System nicht produktiv arbeiten und will das auch nicht. Schließlich soll sich Software an den Nutzer anpassen.

      Massengeschmack hin oder her, ich bin gespannt was aus Seamonkey dann wird.

      • 1
        Von Nur ein Leser am Fr, 10. März 2017 um 15:52 #

        Meinen Ansprüchen genügt es nicht und genau dieses bringe ich zum Ausdruck.
        Das ist in Ordnung, Deine Ansprüche sind Deine Ansprüche.
        Nur solltest Du es eben in Relation zum "Mainstream" sehen und bedenken, was es für Mozilla bedeuten würde, alle Anforderungen abdecken zu müssen.

        Schließlich soll sich Software an den Nutzer anpassen.
        Naja, teils, teils.
        Eine Software, die der Nutzer überhaupt nicht an seine Bedürfnisse anpassen kann, ist sicher nicht gut bzw. nicht für Jeden geeignet.
        Andererseits sollte man als User auch so flexibel sein, sich ab und zu an neue Programme/Oberflächen/Prozesse gewöhnen zu können. Schließlich ist Software, wie das Leben allgemein, einem Wandel unterworfen. Es nützt nichts, wenn ich Nokia OS 40 ganz toll fand - das gibt es nicht mehr zu kaufen und Android werde ich nicht so hinbiegen können. Muss ich mich also umstellen.

        • 0
          Von Erheiterung Durch Erweiterung am Fr, 10. März 2017 um 18:26 #

          > Nur solltest Du es eben in Relation zum "Mainstream" sehen

          Mit jedem Schritt in dem Firefox seine eigenen Ansätze wegfeuert um Chrome zu kopieren verschwindet auch jedes mal ein Stück Grund Firefox statt Chrome einzusetzen.

          Gerade die Erweitwerungen waren eigentlich immer ein starkes Zugpferd. Ob es so Clever war dieses Aufzugeben wird sich noch zeigen.

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          Von skinnie am Sa, 11. März 2017 um 14:36 #

          Oder ich steig auf ein Konkurrenzprodukt um, das meinen Vorlieben eher entspricht. Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Es muss nicht unbedingt der FF sein.

          Warum versucht eigentlich Mozilla so krampfhaft den Chrome zu kopieren? Will FF etwa der bessere Chrome sein, oder ein eigenständiger Browser?

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        Von TmoWizard am Sa, 11. März 2017 um 15:40 #

        Massengeschmack hin oder her, ich bin gespannt was aus Seamonkey dann wird.

        Bei SeaMonkey kommt hinzu, daß dort außer dem Firefox auch Thunderbird als Unterbau dient. Thunderbird ist jedoch mit dem inzwischen ständig mitgeliefertem Add-on Lightning und auch wegen Enigmail auf die alte Add-on-Struktur angewiesen!

        Es ist daher anzunehmen, daß dies bei SeaMonkey ebenso der Fall ist. Auch bei SeaMonkey wird ja seit einiger Zeit Lightning mitgeliefert und auch ChatZilla ist ein solches Add-on.

        Ich nehme also an, daß SeaMonkey nun intern statt Firefox eher Thunderbird als Unterbau verwenden wird, da diese Add-ons sonst gar nicht mehr funktionieren können!

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      Von 345 am Sa, 11. März 2017 um 00:02 #

      Wenn Du FLOSS mehr am Benutzer - also Dir - orientiert haben willst steht es Dir frei, einen Entwickler zu beauftragen, die gewünschten Features implementieren. Wenn Du andere Leidensgenossen um Dich scharen kannst ist das gar nicht so illusorisch und teuer wie es klingt.

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      Von skinnie am Sa, 11. März 2017 um 14:29 #

      Ich kenne genügend Nutzer, mich eingeschlossen, die diese neue Mode der möglichst reduzierten Benutzeroberfläche hassen wie die Pest. Auch ich würde mich fragen, ob FF noch mein bevorzugter Browser ist, wenn man kein Classic Theme mehr nachinstallieren kann. Für viele Programmierer oder auch Technik Nerds mag die Oberfläche etwas sekundäres sein. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wenn sich ein Bedienkonzept bewehrt hat, sehen viele Nutzer keinen Sinn darin, ihre Arbeitsweise zu ändern. Schon gar nicht, wenn es von Programmierern, die immer nur was Neues vorweisen wollen, aber nicht wirklich den ganzen Tag damit produktiv arbeiten (müssen).

      Gerade diese vielseitige Wandelbarkeit war bisher eine der großen Stärken von FF. Oder gefällt den Programmierern von FF nicht, dass offenbar doch viele Nutzer ihre reduzierte Oberfläche nicht mögen, und sie nun quasi dem Nutzer alternativlos aufzwingen wollen? Und Ja, die Benutzeroberfläche ist ein Entscheidungsgrund für oder gegen eine Software.

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Von Atalanttore am So, 12. März 2017 um 19:34 #

Auf die Addons beleidigter Entwickler, die ihre Addons partout nicht auf WebExtensions portieren wollen, kann man getrost verzichten. So wichtig sind deren Nischen-Addons sowieso nicht.

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    Von bremse am So, 12. März 2017 um 21:22 #

    Ich habe im Artikel Folgendes gefunden:
    "Der Übergang ist derzeit fließend, da an WebExtensions noch gearbeitet wird und noch nicht alle APIs zur Verfügung stehen oder überhaupt bereits begonnen wurden. Mozilla hat dazu eine Roadmap bis Firefox 57 veröffentlicht. Das macht es für Entwickler von Add-ons teilweise nicht leicht, ihre Software zeitgerecht umzustellen."

    Ah ja, man stellt seitens Mozilla auf API um und hat einen Plan, ab wann die alternativlos zu funktionieren haben.
    Man teilt den "beleidigten Addon-Entwicklern" aber nicht mit, welche API wann und in welcher Art zur Verfügung stehen.

    Nun ja, ich kann da jeden "angepißten" Addon-Entwickler sehr gut verstehen.

    Erst keine ausreichenden Infos rausgeben, anschließend sind dann aber die faulen Addon-Enttwickler schuld, wenn die es nicht schaffen, innerhalb von 3 Stunden vor FF57-Release zu liefern. - Oder wie soll ich dich verstehen?

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      Von RipClaw am Mo, 13. März 2017 um 08:32 #

      Erst keine ausreichenden Infos rausgeben, anschließend sind dann aber die faulen Addon-Enttwickler schuld, wenn die es nicht schaffen, innerhalb von 3 Stunden vor FF57-Release zu liefern. - Oder wie soll ich dich verstehen?

      Firefox 57 ist zum einen noch mindestens 6 Monate in der Zukunft so das hier noch Zeit ist und zum anderen wird die Version ja nicht sofort als stabile Version veröffentlicht.

      Normalerweise wird so eine Version mindestens 3 Monate lang getestet und Bugfixes gemacht bis sie dann als stabile Version veröffentlicht wird und mindestens in der Betaphase steht die API schon zur Verfügung.

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      Von Feuervogel am Mi, 15. März 2017 um 12:49 #

      Wohin die Reise mit den Add-ons geht, hat Mozilla bereits in 2015 angekündigt, von "plötzlich" und "überrascht" kann also keine Rede sein:

      Kann im Artikel vom 21.08.2015 "Mozilla kündigt große Änderungen für Entwickler von Firefox-Add-ons an" nachgelesen werden. Quelle: www.soeren-hentzschel.at

      Ein Add-on-Entwickler sollte sich schon auf dem Laufenden halten. Wenn nicht, dann Pech gehabt. Wie lautet der Spruch?: "Wer zu spät kommt, den ..."

      Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert. Zuletzt am 15. Mär 2017 um 13:10.
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