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Fr, 17. März 2017, 08:23

Software::Distributionen::Canonical

Mir 1.0 aller Voraussicht nach im Herbst

Alan Griffiths, Software-Entwickler bei Canonical, hat in seinem Blog einen Ausblick auf die Zukunft des hauseigenen Display-Servers »Mir« skizziert. Demnach plant das Team, eine stabile Version der Software im Herbst dieses Jahres freizugeben. Die dann freigegebene Version 1.0 wird unter anderem auch zu einem Bruch der Kompatibilität führen.

Mirko Lindner

Bereits 2013 kündigte Canonical an, an einer eigenen Vision des Desktops zu arbeiten und mit »Mir« einen eigenen Server vorantreiben zu wollen. Die Software ist ähnlich wie Wayland, ein grafischer Server für Linux und wird weitgehend durch Canonical entwickelt. Mir soll nicht nur viele Funktionen moderner Grafikkarten nutzen, sondern auch diverse Altlasten eliminieren. Dazu setzt die Software auf EGL auf und verwendet Teile der Infrastruktur, die ursprünglich für Wayland vorgestellt wurden.

Doch auch über drei Jahre nach der ersten Ankündigung ist von einer stabilen Version von Mir noch nichts zu sehen. Die einzige aktiv entwickelte Desktopumgebung mit nativer Unterstützung für Mir ist Canonicals Eigenentwicklung Unity 8, die allerdings immer noch nicht aus dem Stadium einer Testversion herausgekommen ist und laut Aussage diverser Entwickler erst in Ubuntu 18.04 weitgehend stabilisiert sein soll. Bis dahin ist der Weg allerdings noch weit.

Eine der Hürden stellt unter anderem die Stabilisierung von Mir dar. Zwar haben die Entwickler bereits im vergangenen Jahr über eine stabile Version des Servers nachgedacht, doch fertig ist sie noch nicht. Dementsprechend unwahrscheinlich erschien es auch, dass Mir 1.0 in die Version 17.04 (»Zesty Zapus«) von Ubuntu Einzug halten wird. Nun ist die Absage offiziell.

Wie Alan Griffiths in Blog von Canonical schreibt, wird die aktuelle Version 0.26.1 von Mir mit großer Wahrscheinlichkeit auch in der neuen Version von Ubuntu verbleiben. Sollten es die Umstände erfordern, könnte das Team auch eine korrigierte Version 0.26.2 freigeben. Für weitere größere Neuerungen wird die Zeit aber zu knapp, so Griffiths, sodass eine Version 0.27 von Mir zwar durchaus vorstellbar ist, aber wohl kaum in der Kürze der Zeit realisierbar sein wird.

Weit wahrscheinlicher ist deshalb, dass Mir 0.27 – wenn überhaupt – in einer frühen Phase der Entwicklung von Ubuntu 17.10 vorgestellt wird und den Entwicklern von Unity 8 ein API für ihre Anpassungen bereitstellt. Vorstellbar ist aber auch, dass die angedachte Version komplett ausfällt und die Entwickler gleich die Version 1.0 von Mir veröffentlichen. Hier ist die Vorgehensweise aber noch nicht gänzlich geklärt.

Fest steht lediglich, dass Mir 1.0 frühestens mit Ubuntu 17.10 ausgeliefert wird und es zu teils gravierenden API-Änderungen kommt. Laut Griffiths planen die Entwickler unter anderem, die meisten der nicht mehr benötigten API-Funktionen zu eliminieren. Denn eine aufgeräumte Version 1.0 von Mir sei unerlässlich, so der Entwickler weiter. Sie stelle das Fundament für das Zusammenspiel zwischen Mir, Mesa und Vulkan dar und trage unmittelbar zur Akzeptanz des Servers bei.

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