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Mi, 12. April 2017, 12:06

Gesellschaft::Politik/Recht

Eclipse arbeitet an EPLv2

Die Eclipse Public License (EPL), die zusammen mit ihrem Vorgänger Common Public License (CPL) bereits seit 16 Jahren existiert, hat nach Ansicht der Eclipse Foundation allmählich eine Aktualisierung nötig. Ein entsprechender Entwurf liegt bereits vor.

eclipse.org

Die Common Public License (CPL) und ihr Nachfolger Eclipse Public License (EPL) wurden von IBM im Zuge der Freigabe von Eclipse konzipiert, die im November 2001 erfolgte. 2004 bis 2005 kam es zur Umstellung von Eclipse auf die EPL 1.0. Bis heute werden CPL und EPL überwiegend von Eclipse und damit zusammenhängenden Projekten genutzt.

Die EPL 1.0 (oder EPLv1) ist nach Einschätzung der FSF eine freie Lizenz, die jedoch wegen ihrer schwachen Copyleft-Bestimmungen nicht kompatibel mit der GPL ist. Binärdateien von EPL-Programmen dürfen unter beliebiger Lizenz vertrieben werden, sofern das nicht den Bedingungen der EPL entgegensteht. Gefordert wird hauptsächlich, dass der Distributor der Binärdateien die Originalautoren von Garantieverpflichtungen freihält und auf die Verfügbarkeit des Quellcodes hinweist. Die Verbreitung des Quellcodes ist dagegen nur unter der ursprünglichen Lizenz erlaubt, auch wenn der Code modifiziert wurde. Unabhängige Module, die nicht vom Originalcode abgeleitet sind und lediglich mitgeliefert werden, können dagegen unter beliebigen anderen Lizenzen stehen.

Die Eclipse Foundation ist nun der Ansicht, dass die EPL einer Überarbeitung bedürfe, was in absehbarer Zeit in einer EPLv2 münden dürfte. Mike Milinkovich, der Direktor der Eclipse Foundation, hat erste Gedanken dazu in einer Präsentation publiziert. Die erste Änderung soll sein, dass der Lizenztext künftig von Dateien statt Modulen spricht. Im Zuge der universellen Einsetzbarkeit wurde eine Referenz auf den Staat New York entfernt, und Definitionen für Quellcode, ausführbaren Code, abgeleitete Werke und modifizierte Werke wurden hinzugefügt. Quellcode muss künftig nicht mehr vom Distributor bereitgestellt werden, sondern ein Verweis auf die Originalquellen soll genügen (sofern der Code nicht modifiziert wurde).

Die neue Lizenz soll einige weitere Hinweise als nicht änderbar oder auslassbar deklarieren, entfernt wurde dagegen die Anforderung, dass jeder Beitragende identifizierbar ist. Die EPLv2 soll zudem kompatibel zur GPL gemacht werden, was kein leichtes Unterfangen ist, da sich die Klauseln teils widersprechen. Die Lösung könnte sein, ein Konzept der Mozilla Public License (MPL) 2.0 auszuborgen. Es besteht darin, dass ein Autor explizit erlaubt, dass der Code auch unter der GPL weitergegeben werden darf. Eclipse ruft alle Interessierten zur Mitarbeit an der neuen Lizenz auf und hat eine Mailingliste dafür eingerichtet. Der aktuellste Entwurf der EPLv2 ist immer in einem Mailinglisten-Thread zu finden.

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