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Do, 20. April 2017, 14:01

Software::Entwicklung

Erneute Verschiebung von Java 9 gefordert

Die Freigabe von Java 9 ist seit einem halben Jahr für den 27. Juli 2017 vorgesehen, gut zehn Monate später als ursprünglich geplant. Doch einige Entwickler fordern jetzt eine weitere Verschiebung, da das neue Modulsystem Jigsaw nach ihrer Ansicht zahlreiche Probleme aufwirft.

Oracle

Der Hauptgrund für die Verzögerung der Freigabe des neuen Java-SDKs war die Modularisierung der Sprache, Projekt Jigsaw genannt, die zum einen das JDK selbst in Module zerlegen, zum anderen für Anwendungen ein stark verbessertes natives Modulsystem bereitstellen soll. Doch auch zum jetzigen Zeitpunkt, an dem die Entwicklung längst abgeschlossen ist und ihm Rahmen der Tests täglich etliche Fehler korrigiert werden, scheint Jigsaw noch weitgehend unbrauchbar für eine ernsthafte Nutzung zu sein. Das ist jedenfalls die Ansicht einer Gruppe von Entwicklern, darunter fünf Entwickler von Red Hat, Robert Scholte, Leiter von Apache Maven, Neil Bartlett von Paremus und Brian Fox, Mitarbeiter im Sonatype-Projekt und Mitglied der Apache Software Foundation. In einem Blogbeitrag zählen sie zahlreiche nach ihrer Ansicht kritische Defizite von Jigsaw auf, deuten mögliche Lösungen an und raten allen Entwicklern, Jigsaw nicht zu benutzen, sollte es so veröffentlicht werden.

Der erste Teil von Jigsaw, nämlich die Modularisierung des JDK selbst, hat nach ihrer Ansicht gut funktioniert. Für alles andere dagegen werde Jigsaw, das in der Praxis nahezu unerprobt ist, massive Probleme bringen. Da liege an seinem Design, das vorsieht, vorhandene Fähigkeiten von Modulen einzuschränken und neue Restriktionen einzuführen. Dieser »reduktive Ansatz« der Vorwärtskompatibilität wurde massive Anpassungen an den Anwendungen erfordern und mit Java SE Classloaders, OSGi, JBoss-Modulen und Java EE erst gar nicht funktionieren. Die Java-Welt würde in zwei Fraktionen geteilt, die nicht miteinander kompatibel seien: Die mit Jigsaw und der ganze Rest.

Jigsaw verfehle demnach die ursprünglichen Ziele bei weitem: Skalierbarkeit, Nutzung in Java EE 9 und Vollständigkeit seien derzeit nicht erreicht - bei weitem nicht. Der Beitrag geht dann ins Detail mit den Problemen, von denen einige eine vergleichsweise einfache und schnelle Lösung haben. Die Autoren schlagen daher vor, Java 9 weiter zu verzögern. Schon eine kürzere Verzögerung zur Lösung der einfacheren Probleme wäre hilfreich. Aufgrund der schier endlosen Liste von Problemen wäre aber eine größere Verschiebung besser, um die Modularisierung gleich richtig zu machen. Am Ende des Beitrags geben die Autoren Ratschläge für verschiedene Anwendungsszenarien, die darauf hinauslaufen, Jigsaw oder gar Java 9 ganz zu meiden.

Von Oracle und Mark Reinhold, dem Chef der Entwicklungsabteilung der Java Standard Edition bei Oracle, gibt es noch keine Stellungnahme zu dem Blog-Beitrag. Einzelne vorgeschlagene Änderungen hatte Reinhold zuvor bereits abgelehnt, aber es scheint kaum vorstellbar, dass er und Oracle angesichts der Einwände ihren Kurs beibehalten können.

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