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Mi, 10. Mai 2017, 11:16

Software::Büro

Organisatorische Zukunft von Thunderbird geklärt

Nachdem der Mail-Client Thunderbird von der Mozilla Foundation abgespalten wurde und organisatorisch eine neue Heimat suchte, steht nun die Zukunft des Projektes fest. Wie das Projekt bekannt gab, wird es steuerlich und rechtlich durch die Mozilla Foundation vertreten.

Mozilla

Bereits 2012 hatte die Mozilla Foundation das Engagement bei der Entwicklung des E-Mail-Clients Thunderbird auf ein Minimum zurückgefahren und die weitere Zukunft des Projekts zur Disposition gestellt. Thunderbird blieb zwar in der Infrastruktur verwoben und wurde weiter von Mozilla betreut, eine aktive Entwicklung seitens der Organisation fand aber nicht statt. Die Anwendung erhielt lediglich eine Weiterentwicklung durch die Gemeinschaft. Mozilla lieferte dagegen Aktualisierungen in Sachen Sicherheit und stellte die Infrastruktur bereit. Die Chefin von Mozilla, Mitchell Baker, argumentierte unter anderem, dass der Client fertig sei. Zudem wollte sich aber die Organisation auf die Entwicklung von Firefox konzentrieren.

2015 betonte Baker, dass es unfair gegenüber Firefox sei, beide Programme zusammen unter dem Schirm der Mozilla Foundation zu betreuen, da sie sich teils gegenseitig behindern. Da die auseinanderlaufende Entwicklung beider Projekte nicht aufhören werde, vergrößere sich auch die Kluft und die Gemeinsamkeiten werden immer kleiner. Die Organisation verstünde aber die Sorgen der Anwender und wolle ein gut eingeführtes Open-Source-Produkt ebenso vorantreiben wie die Gemeinschaft, weshalb man eine Auslagerung als selbstständiges Projekt vorantrieb.

Nachdem die technische Zukunft von Thunderbird bereits seit geraumer Zeit weitgehend geklärt ist, war der organisatorische Rahmen noch offen. Einer der Aspekte war dabei das finanzielle Fortkommen des Projektes. So sammeln beispielsweise die Mitglieder bereits seit geraumer Zeit Spenden. Wie die Einnahmen allerdings steuerlich verwaltet werden, war nicht klar. Eine Option war die Gründung einer eigenen Dachorganisation, was allerdings recht früh verworfen wurde. Eher vorstellbar war deshalb eine Zukunft unter dem Schirm einer etablierten Organisation, wie beispielsweise Software Freedom Conservancy (SFC), Document Foundation (TDF) oder aber auch bei der Mozilla Foundation, wo über die Modalitäten allerdings noch verhandelt werden müsste.

Wie die Mitglieder nun bekannt gaben, steht die organisatorische Zukunft von Thunderbird fest. Laut einem Eintrag von Philipp Kewisch wird das Thunderbird-Projekt künftig steuerlich und rechtlich durch die Mozilla Foundation vertreten. Die Modalitäten sind, dass das Projekt weiter seine operative Unabhängigkeit behält und seine Bestrebungen, sich von der Mozilla-Infrastruktur zu lösen, intensiviert. Die operative Leitung des Projekts wird einem eigenen Gremium, dem Thunderbird Council, obliegen, der zusammen mit der Mozilla Foundation die steuerlichen Angelegenheiten koordinieren wird.

Sollte die Kooperation nicht wie gewünscht fruchten, steht beiden Parteien die Option offen, sich voneinander zu trennen. In diesem Fall müsste Thunderbird sich definitiv eine neue Schirmorganisation suchen und den Hafen der Mozilla Foundation verlassen.

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