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Mi, 2. August 2017, 10:52

Software::Distributionen::Red Hat

Red Hat Enterprise Linux 7.4 veröffentlicht

Neun Monate nach der Freigabe von Red Hat Enterprise Linux 7.3 hat der US-amerikanische Distributor eine aktualisierte Version des Systems veröffentlicht. RHEL 7.4 verbessert die Sicherheitsfunktionen und die Leistung und bietet verbesserte Linux-Container-Funktionalität sowie Automatisierungsfunktionen für komplexe IT-Umgebungen.

Red Hat

Über drei Jahre nach der Vorstellung der aktuellen Hauptversion 7 der hauseigenen Unternehmensdistribution hat Red Hat eine weitere Aktualisierung des Betriebssystems vorgestellt. Denn im Gegensatz zu den ständigen Updates des Herstellers, die in der Regel nur Korrekturen gefundener Fehler enthalten, kommen Red Hat Enterprise Linux-Updates der aktuellen Generation immer noch auch mit funktionellen Änderungen und Neuerungen. So setzt das Produkt in Version 7.4 zwar immer noch den relativ alten Kernel 3.10 ein, doch zahlreiche Treiber- und System-Updates aus neueren Kerneln wurden in den Red-Hat-Kernel zurückportiert. Neben erweiterter Hardware-Unterstützung enthält RHEL 7.4 unter anderem gleich mehrere Neuerungen, die sich im Kernel finden.

Eine der wichtigen Neuerungen ist die Rückportierung des NVMe-Treibers auf den alten Kernel. Damit unterstützt auch RHEL 7.4 unter anderem auch NVMe-over-Fabrics. Das crash-Paket des Kernels liegt in der Version 7.1.9 vor und erlaubt unter anderem die Analyse von vmcore-Dumps von IBM Power ISA 3.0-Systemen. Ferner wurde die Random-Schnittstelle aktualisiert. Weitere Neuerungen des Kernels sind die Unterstützung von Intel Cache Allocation Technology und der Omni-Path Architecture (OPA).

Durch eine Aktualisierung des LVM-Treibers unterstützt RHEL 7.4 nun RAID-Takeover besser. Der NFS over RDMA (NFSoRDMA) Server wird zudem vollständig unterstützt und autofs bietet ein verbessertes Logging sowie eine Unterstützung von amd-Mounts. Darüber hinaus wurde NFSv4.1 zum Standard erhoben und die Geschwindigkeit der Implementierung erhöht, was unter anderem durch verringertes Locking erreicht wurde.

Laut Aussage von Red Hat wurde ein besonderes Augenmerk auf die Sicherheit des Systems gelegt. Mit der Network Bound Disk Encryption (NBDE) bietet die aktuelle Version eine erweiterte Möglichkeit der System-Verschlüsselung und das USBGuard-Framework sorgt für mehr Sicherheit bei der Anbindung von USB-Geräten. Zudem wurden OpenSSH und OpenSSL auf die neuesten Versionen gebracht und die kryptografischen Funktionen des Systems erweitert. Die vollständige Unterstützung von SELinux mit OverlayFS sichert das Dateisystem besser ab und bietet die Möglichkeit, Docker und User Namespaces gemeinsam zur Zugangskontrolle einzusetzen. Mit der Betaversion von LiveFS können Anwender zudem ohne Reboot Sicherheitsupdates und Layer Packages einspielen.

Der Netzwerkstack von RHEL 7.4 wurde ausgebaut und um diverse neue Funktionen ergänzt. Neu ist unter anderem die Unterstützung von Kernel Generic Routing Encapsulation (GRE). Der NetworkManager wurde auf die Version 1.8 gebracht und bietet unter anderem verbesserte Routing-Funktionalität und Unterstützung für Media Access Control Security (MACsec). Dnsmasq liegt in der Version 2.76 vor und Sendmail unterstützt die Elliptic Curve Diffie-Hellman Ephemeral Keys (ECDHE). Telnet wurde aktualisiert und bietet mit der Option -6 die Möglichkeit an, IPv6-Verbindungen zu testen. Weitere Neuerungen umfassen Stabilitätsverbesserungen und Performance-Optimierungen.

Mit der Integration der Docker-Technologie stellte Red Hat in RHEL 7 eine einfache Möglichkeit zur Erstellung und Auslieferung von Anwendungen vor. Nun hat der Hersteller die Virtualisierungslösungen weiter verbessert und bietet unter anderem mit dem Amazon Elastic Network Adapter (ENA) eine Möglichkeit, das System mit mehr Leistung an die Lösungen von Amazon anzuschießen. In puncto Management- und Automation wurde das RHEL um verbesserte Ansible-Rollen erweitert und mit clufter und Booth liegen der Distribution weitere Werkzeuge für Cluster-Management bei. Ergänzend zu den Automatisierungsoptionen enthält Red Hat Enterprise Linux 7.4 eine Betaversion von Red Hat Enterprise Linux System Roles. System Roles ermöglicht Administratoren, mit Ansible einmalig einen Automatisierungs-Workflow zu definieren, der ohne weitere Modifikationen in umfangreichen Implementierungen eingesetzt werden kann.

Weitere Neuerungen der aktuellen Version umfassen zahlreiche Aktualisierungen von bereits enthaltenen Paketen. Eine Liste aller Änderungen von Red Hat Enterprise Linux 7.4 liefert das Changelog der neuen Version. Das System kann durch das Red Hat Network (RHN) mittels yum aktualisiert werden. Zuvor müssen Anwender allerdings dem Kanal der Distribution beigetreten sein. Ferner stehen ISO-Images zur Verfügung. Die Distribution wird auf einer DVD ausgeliefert. Alternativ kann das Produkt auch als Boot-ISO bezogen und durch das Netzwerk installiert werden.

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