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Fr, 4. August 2017, 10:58

Software::Branchenlösungen

Automotive Grade Linux UCB 4.0 veröffentlicht

Die Automotive-Arbeitsgruppe der Linux Foundation hat Version der Unified Code Base (UCB) von Automotive Grade Linux freigegeben. Das System, das sich an Integratoren richtet, ist im Quellcode frei erhältlich.

automotivelinux.org

Automotive Grade Linux (AGL) ist eine Arbeitsgruppe innerhalb der Linux Foundation, die ein Linux-basiertes Betriebssystem für das »vernetzte Auto« entwickelt. Das wie die Arbeitsgruppe benannte System »Automotive Grade Linux« baute in frühen Versionen einmal auf Tizen. Doch das hauptsächlich von Samsung favorisierte, vor sechs Jahren als Nachfolger von Meego gegründete Tizen kommt im Markt nicht an, und auch AGL ist längst zu Yocto gewechselt, das als Ableger von OpenEmbedded von der Linux Foundation entwickelt wird und auch die Basis von Carrier Grade Linux dient. Dadurch muss AGL das Rad nicht neu erfinden. Wie bei Yocto bedeutet das für die Hersteller, dass sie von der gemeinschaftlichen Arbeit an dem Projekt profitieren können, indem sie AGL als Basis für ihre Eigenentwicklung nehmen, die sie nach Belieben abwandeln können, um es beispielsweise an die eigene Marke anzupassen und zusätzliche Funktionen anzubieten.

AGL war ursprünglich dafür vorgesehen, im Fahrzeug Informations-, Multimedia- und Unterhaltungs-Funktionen zu übernehmen, was im Englischen unter IVI (In-Vehicle Infotainment) geführt wird. Inzwischen kommen weitere Funktionen hinzu, die in verschiedenen Stadien der Fertigstellung sind: Instrumente, Messwerterfassung und Funknetze, Heads-up Display (HUD), fortgeschrittene Fahrassistenz, Funktionssicherheit und autonomes Fahren. Die Unified Code Base (UCB) ist die Komponente, die die reinen Fahrzeug-Informations-, Multimedia- und Unterhaltungs-Funktionen enthält.

Die Unified Code Base wurde jetzt in Version 4.0 veröffentlicht. Neu in dieser Version, die auf Yocto 2.2 aktualisiert wurde, sind unter anderem Verbesserungen im Anwendungs-Framework, Programmschnittstellen für Bluetooth, Audio, Radioempfänger und CAN-Signalisierung, AGL API Version 2 im OpenAPI-Spezifikationsformat, CAN-Signalisierung, sichere Signalisierung und Benachrichtigungen, Verbesserungen im Entwicklerkit mit neuen Anwendungs-Vorlagen, Unterstützung von SmartDeviceLink, verbesserte Board-Unterstützung für x86 und ARM-Boards und Unterstützung für Renesas R-Car 3 und Qualcomm SnapDragon 820. Weitere Details kann man den Anmerkungen zur Veröffentlichung entnehmen.

Vor zwei Monaten hatte Toyota angekündigt, künftig auf Linux-basierte Fahrzeug-Informationssysteme zu setzen. UCB 4.0 oder eine neuere Ausgabe wird das System sein, das Toyota ab 2018 zunächst in den USA einsetzen wird. Laut AGL ist dies erst der Anfang, da zahlreiche weitere Hersteller diesem Beispiel folgen werden. AGL ist inzwischen auf über 100 Mitgliedsfirmen angewachsen. UCB 4.0 kann demnach zum Branchenstandard werden. UCB stellt 70-80% eines Fahrzeuginformationssystems zur Verfügung, mit den restlichen 20-30% versuchen die Anbieter, sich von den anderen abzuheben.

Die über das Infotainment hinausgehenden geplanten Funktionen von AGL werden von einer Virtualisierungs-Expertengruppe (EG-VIRT) koordiniert, die einen Hypervisor auswählen und die AGL Virtualisierungsarchitektur definieren soll. Eine offene Virtualisierungslösung wird es laut AGL ermöglichen, die verschiedenen Funktionen auf einer einzelnen CPU zu konsolidieren und damit Kosten zu sparen. Sie fügt dem System außerdem eine zusätzliche Sicherheitsebene hinzu. Normale Software kann damit keinen Zugriff auf sicherheitskritische Teile wie den CAN-Bus erlangen.

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