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Fr, 25. August 2017, 10:26

Hardware::Mobilsysteme

Purism startet Finanzierungskampagne für Linux-Smartphone

Die Firma Purism plant ein Smartphone zu entwickeln, das Sicherheit und Privatsphäre zur Priorität erhebt. Für das »Librem 5« wurde jetzt eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, bei der man bereits Geräte vorbestellen kann.

Purism Librem 5

Purism

Purism Librem 5

Wie schwer es ist, alternative Smartphones zu entwickeln, die die Benutzer weder in ein vollständig proprietäres Gehege einsperren wie beim iPhone noch zahlreiche Bedenken bezüglich des Datenschutzes aufkommen lassen wie bei Android, zeigen die zahlreichen Versuche der letzten Jahre, die entweder aufgeben mussten oder nur wenige Nutzer erreichen. Dazu kommen noch Probleme mit der Sicherheit, die alle Smartphones plagen, und umso mehr, wenn sie über App-Stores verfügen.

Der neueste Versuch, eine Alternative zu schaffen, kommt von der Firma Purism, einem in San Francisco, USA, ansässigen Unternehmen, das sich den Prinzipien der freien Software verschrieben hat und als Unternehmen registriert ist, das soziale Ziele höher bewertet als Gewinne. Das erste Produkt von Purism war das Notebook Notebook Librem 13, das durch eine Crowdfunding-Kampagne finanziert wurde, die über eine Million US-Dollar erbrachte. Seit einem halben Jahr ist dieses Notebook, das versucht, moderne Technik mit möglichst viel Freiheit zu verbinden, mit Coreboot statt BIOS ausgestattet.

Das Smartphone Librem 5 soll in einer Kampagne, die zwei Monate andauert, mit 1,5 Mio. US-Dollar finanziert werden. Die Kampagne läuft auf dem eigenen Online-Shop von Purism statt bei Crowdfunding-Anbietern. Während verschieden hohe Beträge zur Unterstützung des Vorhabens möglich sind, ist der niedrigste Preis, um in den Besitz eines Librem 5 zu kommen, 599 US-Dollar.

Das Librem 5 soll Sicherheit und Privatsphäre maximieren. Es ist dafür ausgelegt, dass viele Linux-Distributionen darauf laufen können, primär soll jedoch das eigene PureOS zum Einsatz kommen, das auf Debian beruht, komplett auf proprietäre Software, Treiber und Firmware verzichtet und auch die Anwendungen mit Bedacht wählt. Standardmäßig setzt es auf Gnome 3 und Wayland.

Beim Librem 5 wird der Benutzer die volle Kontrolle über das System haben. Der wohl notwendigerweise proprietäre Baseband (Mobilfunk)-Prozessor ist separat von der CPU. Eine Aufzeichnung des Benutzerverhaltens wird ausgeschlossen. Dezentrale, verschlüsselte Kommunikation mittels Matrix ist der Standard. Der Zugriff auf das App-Ökosystem von Android wird wohl nicht möglich sein, vielleicht aber durch Tricks. Stattdessen unterstützt das System HTML-Apps im Webbrowser, die auf sichere Weise vom System isoliert laufen.

Das Gerät wird mit einem 5-Zoll-Display nicht gerade klein und es soll sich mit einem externen Monitor, Tastatur und Maus in ein Arbeitsplatzsystem verwandeln lassen. Die geplante Hardware, die sich noch ändern kann, umfasst eine i.MX6/i.MX8 CPU, eine Vivante GPU mit Etnaviv-Treiber, 3 GB RAM, 32 GB eMMC, einen MicroSD-Slot, zwei Kameras, 3,5-mm-Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer, WLAN, Bluetooth 4, interne Debugging-Schnittstellen, USB Host, USB Type-C, GPS, Sensoren wie Beschleunigungsmesser, Gyroskop, Kompass, Helligkeits- und Näherungssensoren und Hardware-Schalter für Kamera, Mikrofon, Baseband, WLAN und Bluetooth. Details können erst im Verlauf der Entwicklung genannt werden. Die Auslieferung von Entwicklerboards soll Mitte 2018 beginnen, die der kompletten Geräte im Januar 2019.

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