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Thema: Patrick McHardy: GPL-Durchsetzung zur persönlichen Bereicherung

15 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von Janka am Mo, 28. August 2017 um 14:24 #

Sollte eine Firma sich von seinen Ansprüchen freikaufen wollen, gibt es ja immer noch tausende andere Entwickler, die ebenfalls "schwebend wirksam" Ansprüche anmelden könnten.

So ist das halt mit ertappten Dieben. Zahlen bringt nichts.

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    Von LH_ am Mo, 28. August 2017 um 14:48 #

    "So ist das halt mit ertappten Dieben."

    Eine Lizenzverletzung ist kein Diebstahl. Das ist es weder bei der Filmindustrie, noch bei Musik und auch nicht bei Software, auch dann nicht, wenn sie OSS ist.

    Aber ja, es bringt am Ende wenig, wenn anderen auch klagen. Was aber wohl nicht passiert.

    Allerdings wäre es durchaus fraglich, ob wirklich jeder Entwickler bei einem Gesamtprojekt einen eigenen Anspruch geltend machen kann, oder ob der Verstoß nicht eben am Ende doch nur 1x erfolgt. Was wiederum die Frage aufwerfen würde: Wer dürfte diese Lizenzverletzung durchsetzen?

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      Von Rudi123 am Di, 29. August 2017 um 00:09 #

      Allerdings wäre es durchaus fraglich, ob wirklich jeder Entwickler bei einem Gesamtprojekt einen eigenen Anspruch geltend machen kann, oder ob der Verstoß nicht eben am Ende doch nur 1x erfolgt.

      Jeder einzelne Entwickler kann einen eigenen Anspruch geltend machen - entsprechend dämlich wäre es von betroffenen Firmen auch, sich nur freizukaufen und anschließend keine GPL-Konformität anzustreben. Ich gehe davon aus, dass die betroffenen Firmen dies anschließend auch tun - denn den beratenden Rechtsanwälten ist durchaus klar, dass nur mit Wiederherstellung der GPL-Konformität das Thema wirklich erledigt ist, und werden den Firmen auch entsprechend raten dies zu tun.

      Daher betrachte ich persönlich das Vorgehen von McHardy auch als vollkommen gerechtfertigt: vollkommen egal ob die Wiederherstellung der GPL-Konformität nun originäres Ziel von ihm ist oder nicht, am Ende wird dieses Ziel erreicht. Verfahren zu führen die nicht mal die Kosten decken ist doch absurd, dadurch existiert für Firmen kein echter Anreiz die GPL tatsächlich zu achten, da ihnen andernfalls keine echten Sanktionen drohen. Die GPL zu ignorieren hingegen hat praktische Vorteile für sie: Das Know how bleibt im Unternehmen und den Aufwand, der für eine Veröffentlichung betrieben werden muss, kann man sich sparen.

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    Von asdasdas am Mo, 28. August 2017 um 15:32 #

    Lesen, Nachdenken, Kommentieren. Du hast die Reihenfolge durcheinandergebracht und Teile ausgelassen.

    Du kannst nichts stehlen was von vorherein bewusst für alle Teilnehmer verteilt wird.

    Wenn, dann haben sie es bewusst oder unbewusst versäumt die veränderten Teile unter der GPL öffentlich zu machen. Das hat allerdings einen anderen Charakter.

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Von Oiler der Borg am Mo, 28. August 2017 um 16:05 #

Wenn die den bald wieder einfangen, bleibt es eine interessante Fussnote und eine nachdrückliche Anregung für allzudreiste Buffetplünderer die GPL doch mal etwas pedantischer durchzuarbeiten :D

falls nicht, poppen da mittelfristig recht hässliche Fragen hoch :x

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Von IchAuchMal am Mo, 28. August 2017 um 17:18 #

Ich kann dem Verhalten von Patrick nix negatives abgewinnen ..

Das ist wie mit dem korrekten Parken: Wenn es nur Ermahnung gibt dann sind diejenigen, die sich an Regeln halten, die Dummen. Man kann es ja drauf ankommen lassen ...

Wenn es richtig weh tut, dann lässt man es lieber. Und so ein kleiner Züchtigungsbonus fördert den Verfolgungsdruck.

Also weiter Patrick ....

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    Von Chainsaw am Mo, 28. August 2017 um 20:13 #

    Dem kann ich nur beipflichten. Würden oben genannte Organisationen die GPL wehement gegen AVM, VMware und andere duschsetzen, könnte McHardy nicht klagen, da sie GPL-konform wären.

    Von daher hat er absolut recht seinen Anteil zu verlangen.

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    Von wurzel am Mo, 28. August 2017 um 20:53 #

    Ich kann dem Verhalten von Patrick nix negatives abgewinnen ..

    Ich halte das Verhalten für sehr zweckmäßig - auch im Sinne der SFC ..
    so nach dem Verfahren: bad cop - good cop

    Die sfc tritt an einen GPL-Verletzer heran und wenn der nicht kooperativ ist.. na ja .. wir geben Patrick mal einen Hinweis ..

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    Von Felix Schwarz am Mo, 28. August 2017 um 23:06 #

    Wenn es richtig weh tut, dann lässt man es lieber. Und so ein kleiner Züchtigungsbonus fördert den Verfolgungsdruck.

    Die Logik hat etwas für sich. Ich hätte wenig dagegen einzuwenden, wenn langjährige und notorische GPL-Verletzer ordentlich zahlen müssten - gerne auch mehrfach. Besonders die vielen Handy-Hersteller (bzw. die Chiphersteller) sind mir ein Dorn im Auge. Auch Nvidias Theorie, dass ihr Binärmodul gar kein abgeleitetes Werk des Linux-Kernels ist, dürfte gerne mal vor Gericht überprüft werden.

    Dummerweise gibt es dabei ein paar Probleme: Die Verletzer sind oft schwer greifbar (weil sie im Ausland sitzen) und/oder sie verfügen über einen großen juristischen Apparat.


    Wenn ich den McHardy-Fall richtig verfolgt habe, geht es McHardy darum, relativ kleinen Firmen eine "Falle" zu stellen. Dort wird die GPL verletzt und er bringt sie dazu, strafbewehrte Unterlassungserklärungen abzugeben. Sobald die Firmen dann auch nur in marginaler Weise die GPL verletzen (was sehr schnell passieren kann), schlagen die vertraglich vereinbarten Strafzahlungen zu.

    Hier werden meines Erachtens vorwiegend die Falschen getroffen. Ein kleiner Denkzettel darf auch für diese GPL verletzenden Firmen sicherlich drin sein. Dann aber auf zukünftige Verstöße zu "lauern" und auf zukünftige, ggf. auch minimale Verfehlungen zu spekulieren, lehne ich ab.

    Diese Hintergrundinformationen fehlen dem Pro-Linux-Artikel leider (meine Quelle für obiges ist LWN). Das reine "Freikaufen" finde ich erst mal nicht weiter schlimm, solange es nur gegenüber einem relativ unwichtigen Entwickler erfolgt (und somit noch 10.000e weitere Klagen möglich sind).

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Von zettberlin am Mo, 28. August 2017 um 18:40 #

Wenn ein Recht durchgesetzt wird, muss der Verletzer *alle* Kosten tragen.
Als nicht nur das reine Verfahren, sondern auch die Arbeitszeit der Kläger.

Dieses mönchische Getue führt zu nichts: mit freier Software werden auch so schon Milliarden verdient und nur minimale Summen fließen an die Entwickler. Da sollten sich diese zumindest bei der Durchsetzung ihres Lizenzkonzepts schadlos halten dürfen.

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Von Ein kluger Leser am Mo, 28. August 2017 um 20:12 #

nur mit der GPL.

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Von mw am Di, 29. August 2017 um 09:45 #

Wenn ein Betroffener Entwickler seine Rechte durchsetzt ist das völlig i. O. Wenn es alle tun, wird es für bestimmte Nutzer der GPL Software ziemlich eng werden.
Die Überschrift halte ich für irreführend. Setzt denn jeder Anwalt die Rechte seiner Mandanten "zur persönlichen Bereicherung" durch, nur weil er davon lebt? Irgendwie ist die Debatte wohl vom Neid getrieben.

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    Von Lausi am Di, 29. August 2017 um 13:29 #

    Neid ist ja bekanntlich eine grosse Motivationsspritze... Ansonsten gebe ich Dir recht: Was Meister McHardy da macht, ist einfach ein "neues" Geschäftsmodell für Entwickler. Dass er nicht mit den gestandenen FOSS-Organisationen kooperiert, ist zwar unschön, aber keinesfalls zwingend schlecht. Natürlich ist es moralisch schöner, auf die Grossen loszugehen, so wie Robin Hood immer unterstellt wurde. Aber auch das ist schlussendlich nur eine Randnotiz, wenn es darum geht, die GPL durchzusetzen.

    Just my 2 cents...

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Von XYZ am Di, 29. August 2017 um 14:03 #

Hier steht auch erklärt, wo sich die Gefahren befinden.

https://lwn.net/Articles/731973/

Einfach mal die Links durchgehen...

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Von HansiHinterseher am Mi, 30. August 2017 um 16:16 #

Wenn man sich mal so auf Github usw. umschaut, werden immer mehr Projekte unter MIT-Lizenz gestellt. Die GPL wird meistens nur noch von Anwendungen oder GNU-Projekten eingesetzt.

D.h. immer weniger Entwickler vertrauen der GPL. Aber nicht weil Patrick McHardy aktiv ist, sondern weil Software Freedom Conservancy u.ä. Organisationen die Entwickler nicht richtig vertreten. Sie sorgen dafür, das die Arbeit der Entwickler als "kostenlos" abgetan wird. Selbst wenn kommerzielle Unternehmen damit unberechtigt Geld verdienen (weil sie den Code nicht offen legen), werden die orig. Entwickler nicht ernst genommen.

McHardy mag hier als Einzelperson ziemlich auffallen, aber letztendlich macht er die Arbeit, die die SFC machen sollte!

Würde die SFC die orig. Entwickler von GPL-Software ernster nehmen, in dem sie Lizenzverstöße härter verfolgen würde, würden wahrscheinlich auch mehr Entwickler die GPL attraktiv finden.

Aber so ist es ja dann eigentlich egal, ob jemand die GPL oder MIT für sein Projekt benutzt... kommt eh das selbe bei raus. Nämlich nichts.

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