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Sa, 2. September 2017, 13:09

Software::Desktop::Gnome

Gnome will Status-Icons abschaffen

Allan Day vom Gnome-Designerteam berichtet über die Abschaffung der Status-Icons in der kommenden Version 3.26 von Gnome. Status-Icons, die in einer Leiste am unteren Bildschirmrand eingeblendet werden, werden als Relikt alter Zeiten, inkonsistent und teils überladen empfunden.

Gnome

Wie Allan Day schreibt, hat Gnome die Systemleiste, die in anderen Desktops manchmal Benachrichtigungsbereich heißt und von ihm als Status-Icons bezeichnet wird, aus früheren Desktops geerbt. Die Icons werden meist von Anwendungen platziert, die im Hintergrund laufen und mittels der Icons einen Status anzeigen oder eine Zugriffsmöglichkeit bieten. Manchmal generieren sie auch Benachrichtigungen. Beispiele gibt es viele, von Medien-Playern wie VLC über Mail- und Chat-Programme zum Steam-Client und vielen weiteren.

In Gnome 3 wird keine Systemleiste angezeigt, solange keine Status-Icons vorhanden sind. Wenn Anwendungen Status-Icons erzeugt haben, erscheint in der linken unteren Bildschirmecke eine Markierung, und durch einen Klick darauf kann man die Systemleiste einblenden. Auch das Ausblenden erfordert einen Klick. Laut Day ist das keine schöne Lösung, daher soll sie in Gnome 3.26, das schon bald erscheint, verschwinden. Als Ersatz für alle Benutzer, die weiter Status-Icons nutzen wollen, steht die Gnome-Shell-Erweiterung TopIcons bereit, die laut Day besser ist als die eingebaute Funktionalität. Sie blendet die Status-Icons in der immer sichtbaren oberen Leiste ein.

Laut Day haben Status-Icons in Gnome an Wichtigkeit verloren. Die Medien-Steuerung und Wetterinformation ist in den Drop-Down-Kalender gewandert, wobei man sich sicherlich fragen kann, was sie dort zu suchen hat. Das Projekt hat außerdem die Anwendungsentwickler ersucht, sich weniger auf Status-Icons zu stützen. Die nächste Gnome-Version wird eine Schnittstelle für Dateiynchronisations-Anwendungen (libcloudproviders) bringen, was weitere Status-Icons ablösen kann.

Das Gnome-Team hat bereits untersucht, welche Anwendungen ohne Status-Icons problematisch sind. Bisher ist nur SparkleShare als ohne Status-Icons unbenutzbar eingestuft, eine neue Version soll das beheben. Alle Fakten sind noch einmal in einem FAQ zusammengefasst. Für Anwendungsentwickler gelten die Richtlinien, gar keine Status-Icons zu nutzen oder vollständig nutzbare Alternativen anzubieten.

Konkrete Gründe für die Abschaffung der Status-Icons sind laut Day zum einen, dass sie ein weithin inkonsistentes Verhalten zeigen und der Umgang mit der Systemleiste umständlich ist. Bei vielen gleichzeitig geöffneten Programmen kann es zu einem Überlaufproblem der Systemleiste kommen, einem Problem, das auch von anderen Desktops bekannt ist und nach Meinung von Day kaum befriedigend gelöst werden kann. Oftmals würden die Icons von den Benutzern gar nicht benötigt, aber die Anwendungen würden sie trotzdem erzeugen. Außerdem sind sie seiner Meinung nach mit die Ursache für inkonsistentes Programmverhalten. Eine Einbettung der Icons in die obere Leiste, wie sie die Erweiterung TopIcons vornimmt, kommt für Day nicht in Betracht, weil die obere Leiste ausschließlich für das System gedacht ist.

In Gnome stehen mehrere Schnittstellen als Ersatz zur Verfügung: Das Benachrichtigungs-System, MPRIS für Medien, Such-Provider und künftig auch die Schnittstelle für Dateiynchronisations-Anwendungen. Einige Benutzer sehen zusätzliche Verwendungen von Status-Icons, für die Gnome derzeit noch keine explizite Unterstützung bietet. Die Schaffung neuer Schnittstellen scheint jedoch in kommenden Versionen auf dem Plan zu stehen.

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