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Fr, 22. September 2017, 13:42

Gesellschaft::Politik/Recht

Red Hat erweitert Open-Source-Patentschutz

Der Linux-Distributor Red Hat hat seine »Open Source Assurance«, die Kunden auch vor Patentklagen schützt, nochmals stark erweitert.

Red Hat

Schon seit vielen Jahren hat sich Red Hat im Rahmen seiner »Open Source Assurance« verpflichtet, seine Kunden von jeglichen Klagen gegen Ansprüche »geistigen Eigentums« Dritter freizuhalten und nötigenfalls ihre Verteidigung gegen Klagen zu übernehmen. Hauptsächlich wird dies dadurch sichergestellt, dass Red Hat problematischen Code ersetzt oder ändert oder die nötigen Rechte erwirbt. Vor über elf Jahren hatte der Distributor diese Garantie auf Patentansprüche ausgedehnt. Mit diesem Schritt, der von anderen Anbietern allerdings schon früher gemacht wurde, stellt Red Hat seine Kunden von jeglichen Haftungsansprüchen Dritter frei.

Ab sofort gilt ein stark erweitertes Patentversprechen, wie Red Hat meldet. Laut Michael Cunningham, Vizepräsident und rechtlicher Berater von Red Hat, deckt das neue Patentversprechen den Großteil der freien Software ab. Ziel des Versprechens sei es, die Innovation in der Open-Source-Welt zu fördern. Von anderen Unternehmen wünsche sich Red Hat, dass sie diesem Vorbild folgen.

In seinem ursprünglichen Patentversprechen erklärte Red Hat, sein eigenes Patent-Arsenal zur Abschreckung gegen Patentaggressoren aufgebaut zu haben, die freie und Open-Source-Software und vor allem deren Anwender bedrohen. Das neue Patentversprechen bestätigt dies noch einmal. Red Hat habe seine Patente noch nie offensiv eingesetzt und werde das auch in Zukunft nicht tun.

Das Patentversprechen schließt wie früher sämtliche Patente ein, die im Besitz von Red Hat sind. Deren Anzahl ist allerdings im Laufe der Jahre stark angewachsen und liegt jetzt bei 2000. Auch reicht der Schutz durch das Versprechen viel weiter als zuvor. Jede Software, die unter einer anerkannten freien Lizenz vertrieben wird und deren Quellcode frei verfügbar ist, ist abgedeckt. Das sind laut Red Hat über 99 Prozent der freien Software-Welt. Anerkannt sind die bei der Open Source Initiative und bei GNU aufgeführten freien Lizenzen.

Red Hat warnt jedoch, dass nicht alle Fälle abgedeckt werden können. Software, die von Red Hats Patenten abgedeckt ist, könnte trotzdem noch von anderen Patenten berührt werden. Zudem kann keine Garantie gegeben werden, dass Red Hat seine Patente durchsetzen kann, wenn es erforderlich wäre. Aber das Risiko für eventuelle Patentagressoren zu erhöhen, dürfte bereits ausreichen, um einen großen Teil dieser Unternehmen abzuschrecken und Klagen zu verhindern.

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Kommentare (Insgesamt: 4 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Die Perversion des Kalten Krieges hat sich auch in der Wirtschaft etabliert (Atalanttore, So, 24. September 2017)
Re: Softwarepatente (wurzel, Fr, 22. September 2017)
Re: Softwarepatente (gustl, Fr, 22. September 2017)
Softwarepatente (tronco_flipao, Fr, 22. September 2017)
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