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Do, 28. September 2017, 08:06

Software::Distributionen

Haiku diskutiert erste Betaversion

Über sechzehn Jahre ist es her, als Marcus Overhagen auf der Liste des damaligen OpenBeOS-Projektes die Strukturen des BeOS-inspirierten Betriebssystems Haiku skizzierte. Etliche Test- und Alphaversionen später ist das System zwar immer noch nicht fertig, doch womöglich schon bald in Form einer ersten Betaversion erhältlich.

Haiku: Start des Betriebssystems

Mirko Lindner

Haiku: Start des Betriebssystems

Das Betriebssystem Haiku ist ein Open-Source-Projekt, das sich der Entwicklung eines neuen, von BeOS inspirierten Systems verschrieben hat. Das primäre Ziel des ursprünglich als OpenBeOS entwickelten Projektes liegt darin, die Funktionalität der letzten freigegebenen Version komplett zu implementieren und das System vollständig zum Original binärkompatibel zu halten. Damit soll Anwendern die Möglichkeit gegeben werden, bereits vorhandene BeOS-Programme auch unter der freien Inkarnation zu starten.

Die Basis von Haiku setzt auf einen Fork des NewOS-Kernels auf. Das System selbst wurde modular aufgebaut und wird von einer Reihe freiwilliger Entwickler vorangetrieben. Durch die offenen APIs können sich verschiedene Entwickler verschiedenen Bereichen des Systems widmen - etwa dem Kernel, dem Be File System (BFS) oder der Applikationsebene. Heiku steht unter den Bedingungen der MIT/X11-Lizenz und wurde in C++ realisiert.

Die Geschichte von Haiku ist mittlerweile recht lang. Nach der Gründung Ende August 2001 stellte das Team am 29. April 2002 eine erste Version des neuen Betriebssystems vor. Sie war erstmals imstande, Fenster darzustellen. Im Laufe der Entwicklung gab die Gemeinschaft noch weitere Meilensteine des Systems frei. Zu den wichtigsten gehörten dabei unter anderem der im April 2008 freigegebene Schnappschuss, der es ermöglichte, Haiku direkt aus einem laufenden System zu erstellen. Anfang 2009 wurde erstmals GCC 4 auf Haiku portiert, gefolgt im Juli 2009 von einer Portierung des FreeBSD-WLAN-Stacks, der es Haiku-Nutzern ermöglichen soll, WLAN-Verbindungen herzustellen.

Mit der ersten Alphaversion erschien Ende 2009 eine Version des Systems, die dediziert an Tester und nicht mehr nur an Entwickler gerichtet war. Nur acht Monate später folgte die zweite Alphaversion, gefolgt von einer dritten Mitte Juni dieses Jahres. Zu den Highlights gehörte unter anderem eine Erweiterung der unterstützten Hardware, verbesserte Unterstützung für die Dateisysteme btrfs, exFAT, ext2, ext3, ext4, NTFS, UDF, Einbindung von Gutenprint und eine Überarbeitung des MDR (Mail Daemon Replacement), der teilweise noch einmal neu geschrieben wurde. Der Window-Manager erhielt neue Kontrollelemente. Unter anderem implementierte er StackAndTile.

Doch auch fast zwei Dekaden nach der Gründung ist Haiku immer noch nicht fertig und dem Alpha-Stadium entwachsen. Wie das Team allerdings auf der Liste des Projektes schreibt, könnte Haiku demnächst den Status einer Betaversion erreichen. Bis es allerdings soweit ist, müssen noch etliche organisatorische Aufgaben erfüllt werden. Vor allem eine Trennung zwischen der aktuellen, teils nach dem »Rolling-Release«-Prinzip durchgeführten Entwicklung und einer statischen Veröffentlichung bereiten dem Team noch Probleme. Zudem wollen die Entwickler noch diverse, teils kritische Fehler beheben.

Nun gilt es laut Aussage von Adrien Destugues, die noch verbliebenen Fragen zu klären und ein potenzielles Datum für eine erste Freigabe auszuarbeiten. Sind alle strittigen Fragen geklärt, könnte Haiku nach über sechzehn Jahren Arbeit in einer ersten Betaversion erscheinen.

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