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Fr, 3. November 2017, 14:40

Software::Security

Tor-Projekt stellt nächste Protokollgeneration vor

Das Tor-Projekt arbeitet seit vier Jahren daran, das in die Jahre gekommene Protokoll zu erneuern. Jetzt stehen die Spezifikation sowie eine erste Alphaversion der neuen Protokollgeneration bereit.

Tor-Projekt

Tor ist ein Anonymisierungs-Netzwerk, das das sogenannte Onion-Routing verwendet, um den Anwendern den größtmöglichen Schutz vor Überwachung und Traffic-Analyse zu bieten. In diesem Netz können verschiedene Dienste betrieben werden, es kann aber auch genutzt werden, um normale Webseiten anonym zu erreichen. Speziell für das Web hat das Projekt den Tor-Browser entwickelt, eine modifizierte Version von Firefox.

Schon vor viereinhalb Jahren wurde klar, dass das Tor-Protokoll aktualisiert werden muss. Einige der damals nach mehrjährigem Betrieb erkannten Mängel waren die mangelnde Skalierbarkeit der verborgenen Dienste, die auch in einer Anfälligkeit gegen Denial-of-Service-Angriffe resultierte, generell langsame Geschwindigkeit, Angriffe durch verborgene feindselige Verzeichnis-Server, wie sie von den Geheimdiensten zweifellos in großer Menge betrieben werden, und das inzwischen als zu schwach geltende RSA-Verschlüsselungsverfahren mit 1024 Bit.

Das Tor-Projekt begann bereits kurz darauf, eine neue Generation des Protokolls auszuarbeiten. Diese Arbeit resultierte in der Freigabe einer Alphaversion vor kurzer Zeit. Jetzt steht auch eine Spezifikation des neuen Protokolls zur Verfügung. Die neue Version enthält zumindest bereits den Kern der Spezifikation und verbessert unter anderem die Verschlüsselung. Das neue Protokoll, dessen Versionsnummer 3 ist, ist auch zukunftssicherer, da es erweiterbar ist.

Statt SHA1, Diffie-Hellman und RSA mit 1024 Bit kommen in der neuen Version SHA3, ed25519 und curve25519 zum Einsatz. Die Onion-Adressen sind dadurch notwendigerweise länger geworden und bestehen nun aus 56 zufällig erzeugten Zeichen. Das neue Protokoll kann in der aktuellen Alphaversion des Tor-Browsers verwendet werden. Laut der Ankündigung ist die Alphaversion erst der Anfang. Es sind noch Funktionen wie Offline-Schlüssel für Dienste, verbesserte Client-Autorisierung, eine Steuerungs-Schnittstelle, verbesserte Wächter-Algorithmen, sichere Namensdienste, Statistiken, Routing mit gemischter Latenz, Unterstützung von Blockchains, Künstliche Intelligenz und eine Schnittstelle für Virtuelle Realität geplant. Die Entwickler wollen jedoch nichts überstürzen.

Das alte Protokoll wird noch längere Zeit erhalten bleiben und wird zunächst auch noch die Standardversion bleiben, bis die neue Version besser ausgereift ist. Details zur Nutzung der neuen Generation des Protokolls können im Projekt-Wiki nachgelesen werden.

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