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Mi, 8. November 2017, 13:37

Software::Büro

Interview: »Apache OpenOffice muss nicht cool sein«

Das Technik-News-Blog »The Register« bringt Auszüge eines Interviews mit OpenOffice-Entwicklern. Dabei wird klar, dass Apache OpenOffice (AOO) nach einer neue Bestimmung sucht.

OpenOffice.org

Am 19. Oktober wurde mit rund fünf Monaten Verspätung Apache OpenOffice 4.1.4 veröffentlicht. Die Verspätung ist hauptsächlich auf fehlende Entwickler-Ressourcen und ausbleibende Unterstützung aus der Gemeinschaft zurückzuführen. Trotzt der Verspätung gelang es nicht, ein fehlerfreies Produkt auszuliefern. Die macOS-Version enthält einen hartnäckigen Fehler, der Diagramme in Calc-Tabellen beim Speichern zerstört.

Ungeachtet der für ein Projekt dieser Größe und Reichweite unzulänglichen Umstände, unter denen OpenOffice derzeit entwickelt wird, wurde OpenOffice 4.1.4 in weniger als drei Wochen seit Erscheinen bereits 1,6 Millionen Mal heruntergeladen. Für macOS belaufen sich die Zahlen laut Recherche von The Register auf über 77.000 Downloads.

Die große Zahl an Downloads geht vermutlich auf die frühere Bekanntheit des Projekts zurück. Viele Anwender, die nicht im Open-Source-Bereich heimisch sind, wissen nicht um die Problemlage des Projekts. Bereits mehrmals wurde AOO in offenen Briefen aufgefordert, das Projekt einzustellen oder zumindest die Downloads zu sperren, da es unverantwortlich sei, eine große Office-Suite unter diesen Bedingungen auszuliefern. Jonathan Corbet hatte auf LWN.net im August die Zustände bei AOO aus seiner Sicht geschildert.

Der derzeitige Zustand des Projekts wird von den Beteiligten recht unterschiedlich beurteilt. Der Entwickler Raphael Bircher moniert auf der Mailing-Liste den unzureichenden Prozess der Qualitätskontrolle. Seine Kollegin Patricia Shanahan pflichtet ihm bei, wenn sie sagt, sie fühle sich unwohl, wenn Änderungen, die Millionen von Anwendern betreffen, nur von einem Augenpaar examiniert würden. Fazit: Es werden mehr Entwickler im Sicherheitsteam benötigt. Entwickler sind aber Mangelware beim darbenden OpenOffice.

Mark Thomas, Mitglied des Sicherheits-Teams der Apache Software Foundation, dagegen sagt, es gebe bei dem Projekt in Sachen Sicherheit nichts, was ihm »ernsthaft Sorgen« mache. Zu der geringen Zahl an Entwickler sagt er, Open-Source-Projekte wollten immer mehr Ressourcen, als sie zur Verfügung haben. Der Apache-Vorstand achte auf die Erfüllung des Kriteriums, dass für eine Veröffentlichung mindestens drei aktive Mitglieder des Project Management Committee (PMC) vorhanden seien. Thomas sagte weiterhin, AOO sei nicht das aktivste, aber auch nicht das inaktivste Projekt unter dem Apache-Schirm.

Jim Jagielski, Mitglied im »Apache OpenOffice Project Management Committee« ist der Meinung, die Situation sei besser als öffentlich dargestellt. Es gebe neues Interesse und Beteiligung. Ein Teil des Problems sei gewesen, dass viele Projektbeteiligte viel Zeit damit verbringen mussten, um die öffentliche Darstellung des Projekts in den Medien zu korrigieren anstatt aktiv zu entwickeln.

Jagielski sagt, die Projektbeteiligten würden gerne die Unterstützung älterer Versionen beibehalten. Obwohl das bedeute, ältere Build-Systeme und Plattformen weiter zu pflegen, sei man der Meinung, es sei der Mühen wert. Wie allerdings noch mehr Arbeit mit zu wenigen Entwicklern geschafft werden soll, blieb offen.

Jagielsky sagte weiter, AOO müsse nicht die »super coolste Office-Suite mit all den neuesten Entwicklungen« sein. Erhebungen hätten gezeigt, dass eine einfach zu bedienende funktionale Office-Suite mit eingängiger Oberfläche das sei, was außerhalb der Sphäre der Power-User eine stark unterrepräsentierte Nutzerschaft benötige.

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Kommentare (Insgesamt: 49 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[5]: Jeder der es nicht nutzen will soll es nicht tun ... (wm, Mo, 13. November 2017)
Re[6]: Es ist sinnlos (Nur ein Leser, Fr, 10. November 2017)
Re[5]: Es ist sinnlos (LibreOffice-Nutzer, Fr, 10. November 2017)
Re[3]: Welcher Art von Entwickler wollen die? (OO NOO, Do, 9. November 2017)
Re[4]: Es ist sinnlos (chilli, Do, 9. November 2017)
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