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Do, 23. November 2017, 15:55

Gesellschaft::Politik/Recht

Von LiMux zu Windows kostet mindestens 49,3 Mio. Euro

Die Münchner Stadtverwaltung hat die Kosten der Ersetzung von LiMux durch Windows bekannt gegeben. Eine Entscheidung des Stadtrats dazu wurde für gestern erwartet, ist aber möglicherweise noch nicht erfolgt.

Stadt München

LiMux war ein Erfolgsmodell mit Vorbildfunktion, das weltweite Beachtung fand. Allerdings gab es schwerwiegende interne Probleme in München. Ständig wurde die Migration auf Linux durch das Kompetenzgerangel der nicht weniger als drei unterschiedlichen zuständigen Behörden behindert, und dies konnte nie gelöst werden, da es nicht zur Einführung einer Stelle kam, die für die gesamte städtische IT zuständig wäre. Auch eine Reihe von Problemen in der IT wurde publik gemacht, die aber fast komplett nichts mit Linux zu tun hatten.

Von den 18.000 Desktop-Rechnern der Stadt München liefen zum Abschluss der Migration 2014 über 17.000 mit LiMux. Pläne, die verbleibenden 1.000 Windows-Installationen loszuwerden, gab es bereits. Dazu hätten die restlichen proprietären, nur Windows-fähigen Anwendungen umgestellt oder ersetzt werden müssen, was einige Mio. Euro gekostet hätte. Diese Ausgaben wären aber wahrscheinlich sowieso nötig gewesen, mit oder ohne Migration.

Die Migration war am Ende für die Stadt München günstiger als das Ersetzen der veralteten Windows-Systeme durch ein neueres Windows: 11 Millionen Euro konnte die Stadt mit LiMux einsparen, 14 Millionen kostete die Migration insgesamt. Die Münchner Stadtverwaltung mit dem seit Mai 2014 amtierenden SPD-Oberbürgermeister Dieter Reiter und seinem mindestens genauso Microsoft-freundlichen CSU-Stellvertreter Josef Schmid jedoch ist bereits seit ihrem Amtsantritt darauf aus, LiMux loszuwerden. 2014 wurden die Kosten der Rückmigration auf 3,15 Millionen Euro allein für notwendige Hardware-Erneuerungen beziffert, über die sonstigen Kosten machte die Stadtverwaltung bisher keine Angaben. Jetzt erst liegt eine Kostenabschätzung der Migration vor. Demnach würde die Entwicklung eines neuen Windows-Basis-Clients 49,3 Mio. Euro an Steuergeldern verschlingen. Das ist der größte Anteil an den insgesamt 89 Mio. Euro, die die Stadt in die Erneuerung der IT stecken will. Allein 29,9 Mio. Euro würden die Windows-Lizenzen kosten. Ein Wechsel zu MS Office würde viele weitere Millionen kosten, ist aber noch fraglich.

Zwar hat der Stadtrat heute eine Weiterentwicklung des E- und Open-Governments beschlossen, da jedoch in der Meldung mit keinem Wort auf Clients oder gar Kosten eingegangen wird, ist unklar, ob die Abkehr von Linux damit bereits beschlossen wurde.

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