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Di, 28. November 2017, 13:08

Gemeinschaft::Lizenzen

Initiative will Open-Source-Lizenzkonformität verbessern

Red Hat, Facebook, Google und IBM haben eine Initiative gegründet, die es Unternehmen leichter machen soll, Verstöße gegen Lizenzen zu beheben. Insbesondere will die Initiative problematische Bestimmungen der GPLv2 und der LGPLv2.1 abmildern.

Mirko Lindner

Die GNU General Public License (GPL) und die GNU Lesser General Public License (LGPL) gehören zu den meistgenutzten freien Lizenzen, schreiben Red Hat, Facebook, Google und IBM in einer gemeinsamen Ankündigung. Bedeutende Teile des ganzen Linux-Ökosystems stehen unter diesen Lizenzen, insbesondere steht der Kernel komplett unter der GPLv2.

Wer gegen diese Lizenzen verstößt, verliert das Recht, die betreffende Software weiter zu nutzen. So steht es ausdrücklich in den Lizenztexten. Die 2007 eingeführten GPLv3 und LGPLv3 sehen aber vor, dass das Nutzungsrecht zurückerlangt werden kann. Dies geschieht sogar automatisch, sobald der Lizenzverletzer die Verstöße behoben hat. Nach Meinung von Red Hat und anderen ist dies ein vernünftiger Ansatz, zumal Verstöße oftmals nicht absichtlich erfolgen. Die Bestimmungen erlauben es, die Einhaltung von Lizenzen zu erzwingen, wenn nötig, und dabei im Einklang mit den Normen der Gemeinschaft zu bleiben.

Die GPLv2 und verwandte Lizenzen sehen dagegen keine automatische Wiederherstellung der Rechte vor. Das wird von Red Hat und seinen Mitstreitern als Problem angesehen. Red Hat, Facebook, Google und IBM haben daher eine Erklärung abgegeben, dass sie die Bestimmungen der GPLv3 künftig auch auf Software anwenden, die unter der GPLv2, LGPLv2.1 oder LGPLv2 steht. Die genaue Formulierung ist bei Red Hat, bei Google und bei IBM nachzulesen.

Red Hat schreibt stellvertretend für die anderen Beteiligten, dass die Verfolgung von Lizenzverletzungen unter fairen Bedingungen erfolgen sollte und auch nur dann, wenn das schließlich zu einer größeren Nutzung von freier Software und neuen Beiträgen führen wird. Verfolgungen von Verstößen aus Profitgründen oder in Fällen, die der Gemeinschaft mehr Schaden als Nutzen bringen, werden abgelehnt. Vorbilder für die Erklärung waren die vor einigen Monaten geschaffene Erklärung zur GPL-Durchsetzung im Kernel und die Prinzipien der Software Freedom Conservancy zur GPL-Durchsetzung.

Der Erklärung ist allerdings auf Red Hat, Facebook, Google und IBM beschränkt. Wenn ein Lizenzverletzer von einer anderen Organisation oder Person verklagt wird, hilft sie nichts. Die Initiatoren hoffen jedoch, dass sich weitere Copyright-Inhaber der Erklärung anschließen.

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