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Mo, 4. Dezember 2017, 14:40

Software::Kernel

Amazon veröffentlicht FreeRTOS 10

Das kompakte Echtzeit-Betriebssystem FreeRTOS hat Version 10 erreicht. Überraschenderweise kommt FreeRTOS künftig von Amazon, das die Lizenz von der GPLv2 zu MIT geändert hat.

Mirko Lindner

FreeRTOS ist ein kompaktes Echtzeit-Betriebssystem, das seit 2003 von Richard Barry entwickelt wird. Mit der steigenden Anzahl von vernetzten Geräten im »Internet der Dinge« scheint nun auch FreeRTOS einen Boom zu erleben, da es auch auf Systemen läuft, die zu wenig Ressourcen für Linux besitzen. Allerdings war FreeRTOS bereits zuvor nach Ansicht seines Gründers das führende Echtzeit-Betriebssystem für 32-Bit-Controller. FreeRTOS unterstützt mehr als 40 Architekturen.

Der FreeRTOS-Initiator Richard Barry kam 2016 zu Amazon, nachdem die Nachfrage nach FreeRTOS und die Wünsche nach weiterer Funktionalität seine Kapazitäten überstieg. Ein Jahr später ist nun FreeRTOS 10 fertiggestellt. Zugleich wurde die frühere Lizenz, GPLv2 mit Änderungen, in die MIT-Lizenz geändert. Ähnlich wie Linux bezeichnet auch FreeRTOS nur den Kernel. Von Amazon gibt es zusätzlich Amazon FreeRTOS, das unter anderem in der Amazon-Cloud eingesetzt werden kann. Dabei handelt es sich um ein vollständiges System mit FreeRTOS-Kernel und zusätzlichen Bibliotheken, die aber ebenfalls frei sind.

Laut Richard Barry erwuchs der Erfolg von FreeRTOS daraus, dass er daran arbeitete, Hinderungsgründe für den Einsatz freier Software in Unternehmen zu beseitigen. So achteten die Entwickler besonders darauf, alle Rechte am Code zu haben, führten intensive Tests zur Qualitätssicherung durch und orientierten sich bei der Entwicklung des in C geschriebenen Systems an den MISRA-Empfehlungen. Auch die Dokumentation ist umfangreich und auch als Referenzhandbuch erhältlich, darüber hinaus gibt es zahlreiche Beispiele und ein weiteres Buch.

Amazon FreeRTOS legt besonderen Wert auf Konnektivität und ermöglicht es IoT-Geräten, auf Daten in der Cloud zuzugreifen und sie dort zu speichern. Die Entwicklung von FreeRTOS soll sich weiter beschleunigen. Dabei soll das System weiterhin frei bleiben. Die neue Version 10 bringt hauptsächlich zwei größere Neuerungen: Stream-Puffer und Nachrichten-Puffer. Dies sind letztlich Methoden, um zwischen Tasks oder Interrupts und Tasks zu kommunizieren, die auf Szenarien mit lediglich einem Schreiber und einem Leser optimiert sind.

FreeRTOS 10 kann im Quellcode von Github bezogen werden, Instanzen können in der Amazon-Cloud gestartet werden. Die Heimatseite des Kernels ist nach wie vor FreeRTOS.org.

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