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Mi, 13. Dezember 2017, 13:21

Software::Grafik

Gimp 2.9.8 erschienen

Das Gimp-Team hat die vierte Testversion des freien Grafikprogramms auf dem Weg zu Version 2.10 veröffentlicht. Gimp 2.9.8 enthält zahlreiche Verbesserungen und als umfangreichste Neuerung ein überarbeitetes Überblendungswerkzeug.

Gimp 2.9: Bild mit 8 Bit pro Farbkanal im Vergleich mit 32 Bit

Bernhard Stockmann

Gimp 2.9: Bild mit 8 Bit pro Farbkanal im Vergleich mit 32 Bit

Seit Gimp 2.8 vor über fünfeinhalb Jahren freigegeben wurde, hat sich diese Version nicht mehr groß verändert. Zwar wurden insgesamt acht Aktualisierungen herausgegeben, diese brachten aber nur kleinere neue Funktionen. Doch auch das Jahr 2017 brachte nicht die lang erwartete Freigabe des Nachfolgers Gimp 2.10.

Von Gimp 2.10 dürfen sich die Benutzer einiges erwarten. Viele heiß ersehnte Funktionen wurden bereits eingebaut und führten dazu, dass die häufig aktualisierten Testversionen von Gimp 2.10 von einigen Benutzern bereits bevorzugt werden - trotz der laufenden Arbeiten und den noch fehlenden Funktionen. Jetzt haben die Entwickler die vierte offizielle Testversion, Gimp 2.9.8, veröffentlicht, für die jedoch die gleichen Vorbehalte bezüglich Funktionalität und Stabilität gelten. Wie die Entwickler schreiben, ist Gimp 2.9.8 die letzte Testversion. In Kürze werden die Strings eingefroren, was den Übersetzern die Möglichkeit gibt, die Texte für die Freigabe von Gimp 2.10 vorzubereiten. Danach sollen noch einer oder mehrere Veröffentlichungskandidaten vom Gimp 2.10 erscheinen, bevor Gimp 2.10 endlich in der ersten offiziellen Version erscheint. Mit Gimp 2.10 ist also im Verlauf des Jahres 2018 recht sicher zu rechnen. Aber nach wie vor hat Gimp zu wenig Entwickler und könnte weitere tatkräftige Unterstützung brauchen.

Gimp 2.9.8 enthält als wohl umfangreichste Neuerung ein überarbeitetes Überblendungswerkzeug. In der neuen Version kann es den alten Gradienten-Editor vollständig ersetzen. Man kann Farb-Stops definieren, löschen, auswählen und verschieben, Farben zuweisen, die Überblendung und Färbung von Segmenten zwischen den Farb-Stops ändern und neue Farb-Stops zwischen vorhandene einschieben. Die Standard-Gradienten sind jetzt editierbar, in dem Sinne, dass man von einem Gradienten eine Kopie anlegen und diese modifizieren kann. Die Entwickler haben jedoch derzeit nur einen einzigen dieser »Eigenen Gradienten« zugleich vorgesehen. Er wird dauerhaft gespeichert, aber überschrieben, wenn man einen anderen Gradienten anpasst.

Der neue »Clip Warning«-Display-Filter füllt unter- und überbelichtete Bereiche eines Fotos mit benutzerdefinierbaren Farben. Diese Funktionalität wurde von Foto-Editoren wie DarkTable und RawTherapee abgeschaut, aber die Implementierung in Gimp als Display-Filter wird von den Entwicklern als nicht optimal angesehen und eventuell einmal ersetzt.

Die Unterstützung von Wayland wurde verbessert, doch einige Funktionalität fehlt noch, wenn Gimp unter Wayland läuft. Eine kleine neue Funktion ist, dass eine kopierte Grafik mit dem neuen »Paste in Place«-Kommando an exakt derselben Stelle wie im Original eingefügt werden kann. Einige weitere kleinere Verbesserungen gab es an der Oberfläche und bei der Bedienung, am Wavelet Decompose-Filter und bei den Dateiformaten. So ist jetzt auch das Importieren von HGT-Dateien möglich. Auch die Übersetzungen von 13 Sprachen wurden aktualisiert. Die Testversion kann im Quellcode vom Gimp-Projekt heruntergeladen werden.

Gimp 2.10 wird vollständig auf GEGL beruhen und somit Bild-Farbtiefen von mehr als 8 Bit pro Farbkanal durchgehend unterstützen. Es sind nun auch 16 oder 32 Bit pro Farbkanal möglich, wahlweise mit Fix- oder Gleitkommadarstellung. Lediglich einige fortgeschrittene Funktionen wie das nichtdestruktive Editieren werden auf Gimp 3.2 verschoben. Alle GEGL-Funktionen sind parallelisiert und können alle vorhandenen CPU-Kerne zugleich nutzen. Unterstützt werden OpenEXR, Vorschau für viele Filter, Hardware-beschleunigte Darstellung und Bearbeitung mit OpenCL (noch experimentell) sowie Bildverkleinerung in höherer Qualität. Ferner werden Bildformate mit mehr Bit pro Farbkanal unterstützt, darunter PNG, TIFF, PSD und FITS. Darüber hinaus beruhen alle Werkzeuge auf GEGL.

Fotostrecke: 17 Bilder

Gimp 2.9: Das »Unified Transformation«-Werkzeug
Gimp 2.9: Verschiedene Skalierungsalgorithmen im Vergleich
Gimp 2.9: Verschiedene Skalierungsalgorithmen im Vergleich
Gimp 2.9: Vorschau eines GEGL-Filters
Gimp 2.9: Filter zur Korrektur der Farbtemperatur
Die Konvertierung zwischen verschiedenen Farbräumen wird in Gimp 2.10 nahezu verlustfrei möglich sein. Ein neues Werkzeug namens »Unified Transformation« kann eine Ebene auf vielfältige Weise manipulieren, beispielsweise ihre Größe ändern, rotieren, verzerren oder eine Perspektiventransformation vornehmen. Ein weiteres neues Werkzeug namens »Warp Transformation« ersetzt das früher iWarp-Plugin und arbeitet direkt auf den Bildern ohne Vorschau.

Werkzeuge wie das Überblenden, Ausrichten und Selektieren wurden verbessert. Dazu kommen einige noch experimentelle Werkzeuge wie N-Point Deformation (Verformen von Objekten), Handle Transform (Skalieren, Rotieren und Perspektivkorrektur mit Hilfe von »Griffen«, die man verschieben kann), Seamless Clone (vereinfachtes Zusammenführen von Bildern) und MyPaint Brush (Pinsel-Engine von MyPaint).

Das Farbverwaltungs-Plugin für Gimp 2.10 verwendet LCMS2 und kann zwischen 8- und 16-Bit-Ganzzahlen sowie 32- und 64-Bit-Gleitkommazahlen konvertieren. Außerdem wurde ein neuer Filter zur Korrektur der Farbtemperatur geschaffen. Beim Überblenden verhält sich der Overlay-Modus jetzt anders als der Soft Light-Modus und folgt der »Compositing and Blending Level 1«-Spezifikation des W3C. Statt HSV-Farbwerten können nun auch CIE LCH-Werte verwendet werden. Für Fotografen ist die Möglichkeit interessant, Metadaten direkt in Gimp zu bearbeiten.

Auch beim Zeichnen gab es zahlreiche Verbesserungen, darunter Rotation und Spiegelung des Bildes, Einstellung der Härte und Stärke der Pinsel und Symmetrisches Zeichnen. Ferner ist Gimp nun noch weitergehend konfigurierbar als zuvor.

Weitere Features und Zukunftspläne von Gimp sind in der Roadmap zu finden. Gimp 3.0 soll lediglich die Portierung der Oberfläche von GTK+ 2 auf GTK+ 3 erledigen. Danach soll Gimp 3.2 wieder neue Funktionen bringen. Einen Zeitplan gibt es für keine dieser Versionen.

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Kommentare (Insgesamt: 34 || Alle anzeigen || Kommentieren )
GIMP PYTHON PLUGIN (HoHa, Di, 19. Dezember 2017)
Re[2]: Hut ab! (mosu, Sa, 16. Dezember 2017)
Re[5]: Hut ab! (Pete431, Sa, 16. Dezember 2017)
Re[4]: Hut ab! (Helge Weiß, Fr, 15. Dezember 2017)
Re: Hut ab! (Helge Weiß, Fr, 15. Dezember 2017)
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