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Mo, 5. Februar 2018, 12:52

Gemeinschaft::Organisationen

20 Jahre Open Source Initiative

Die Open Source Initiative (OSI) und der Begriff Open Source feiern ihren 20. Geburtstag. Dazu wurde das »Open Sources Network« gegründet, das in Zukunft auch zur Vernetzung und zum Austausch der Mitglieder dienen soll.

OSI

Richard Stallman startete GNU vor 35 Jahren, da er proprietäre Software als unethisch ansah und der Computergemeinschaft etwas Besseres geben wollte. Die ersten 15 Jahre blieb die freie Software-Bewegung, die hieraus erwuchs, in einer Nische, wurde teils missverstanden und teils auch geringgeschätzt.

Das änderte sich schlagartig vor 20 Jahren. Am 22. Januar 1998 kündigte Netscape an, den Communicator-Quellcode als freie Software zu veröffentlichen. Wenige Tage später trafen sich einige Advokaten freier Software in Kalifornien, um über die Zukunft von freier Software und insbesondere deren größere Akzeptanz in der Unternehmenswelt, zu beraten. Mit dabei war unter anderem Eric Raymond, der bei Netscape weilte, um das Unternehmen bei den aufkommenden Lizenzfragen zu beraten.

Wie die Open Source Initiative in Kurzfassung schreibt, was das Resultat der Beratungen ein Marketing-Programm namens »Open Source«. Ein Artikel auf Pro-Linux wird in dieser Woche die Umstände dieser Zusammenkünfte näher betrachten. Je nach Ansschauung war es am 3. Februar oder vor genau 20 Jahren am 5. Februar, dass die Bezeichnung »Open Source« zum ersten Mal fiel. In direkter Folge der Treffen wurde jedenfalls die Open Source Initiative (OSI) noch im Februar 1998 gegründet und die Marke »Open Source« registriert, die in den Monaten darauf weite Verbreitung fand, sehr zum Bedauern von Richard Stallman, der befürchtete, dass »Open Source« die vorrangigen Ziele von freier Software, nämlich die Freiheit von Software und Gesellschaft, in den Hintergrund treten lasse.

Noch im Jahr 1998 erhielt Open Source erheblichen Schub durch IBM, Oracle und SAP, die ihre Produkte auf Linux portierten. In der Folge versuchten SCO mit ihrer auf falschen Behauptungen aufbauenden Copyright-Klagewelle und Microsoft mit verschiedenen hinterhältigen Methoden, aufgedeckt und dokumentiert in den Halloween-Dokumenten, Open Source zu vernichten. Heute ist Microsoft Mitglied der OSI und der Linux Foundation.

Die OSI wagt auch einen Blick in die Zukunft. Sie erwartet, dass sich die Open-Source-Gemeinschaften allmählich ändern werden. Die nächsten zehn Jahre werden von Unternehmen mit großer Angebotsbreite, Konsortien und Stiftungen dominiert werden. Die Open-Source-Unternehmen werden ihr Geld mit der Integration der freien Komponenten verdienen, die immer höhere Komplexität annimmt. Die Vielfalt der Open-Source-Lizenzen wird reduziert, zugleich rechnet die OSI aber auch mit mehr missbräuchlicher Verwendung des Namens »Open Source«. Die Freiheit der Software wird aber wieder mehr Stellenwert erhalten. Die OSI wird sich anpassen müssen, will aber auch ihre Aktivitäten ausweiten.

Das zwanzigjährige Bestehen der OSI soll mit einer Reihe von Partys weltweit gefeiert werden. Auf dem neuen Open Sources Network (opensource.net) können Interessierte nicht nur ihre Partys registrieren (bei entsprechendem Budget auch mit Auftritt eines OSI-Sprechers), sondern auch Anekdoten aus 20 Jahren Open-Source-Geschichte einbringen oder die Zeitleiste ergänzen. In Zukunft soll das Open Sources Network zur stärkeren Vernetzung und zum Austausch der Mitglieder dienen.

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