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Fr, 9. Februar 2018, 11:48

Software::Kernel

Crowdfunding-Kampagne für Allwinner-VPU-Unterstützung im offiziellen Kernel

Eine Kampagne auf Kickstarter, die die Hardware-Video-Fähigkeiten der Allwinner-Chips mit einem freien Treiber erschließen will, hat sich als erfolgreich erwiesen. Das Kampagnenziel von 17.600 Euro ist bereits um 7.000 Euro übertroffen.

Orange Pi PC 2

Shenzhen Xunlong

Orange Pi PC 2

Die ARM-basierten Allwinner-Prozessoren werden in kommerziellen und Hobby-Projekten für eingebettete Systeme oft verwendet. Sie sind unter Linux seit 2012 ziemlich gut unterstützt, was zu einem guten Teil dem Bootlin (bis vor kurzem Free Electrons)-Entwickler Maxime Ripard zu verdanken ist. Aktuelle Allwinner-Produkte werden mit einem Linux-Kernel als Referenzsystem ausgeliefert, der laut den Initiatoren der Kampagne dem offiziellen Linux-Kernel entspricht.

Eine einzelne Funktionalität scheint dem offiziellen Linux-Kernel allerdings noch zu fehlen. Es handelt sich um die Unterstützung der VPU (Video Processing Unit). Diese Komponente des Chips übernimmt das Kodieren und Dekodieren von Videos und entlastet damit die Prozessoren erheblich. Es wurde bereits einige Arbeit geleistet, um einen entsprechenden Treiber zu entwickeln, und dieses Projekt ist bei der Free Software Foundation als Projekt von hoher Wichtigkeit gelistet.

Banana Pi

lemaker.org

Banana Pi

Der aktuelle Stand der Arbeiten ist in einer Wiki-Seite bei Sunxi zusammengefasst. Von Allwinner selbst gibt es einen Treiber, der aber proprietär ist. Reverse Engineering führte zu zwei freien Treibern, libvdpau-sunxi, der allerdings nur mit dem Allwinner-Kernel funktioniert, und sunxi-cedrus, der noch in der Entwicklung ist. Die Kickstarter-Kampagne hat sich zum Ziel gesetzt, die Fertigstellung des letzteren Treibers zu fördern, der 2017 bei Bootlin begonnen wurde und von den Initiatoren der Kampagne als die zukunftssichere Route angesehen wird.

Das Ziel der Kampagne, die noch bis 5. März läuft, waren 17.600 Euro, die längst erreicht sind. Mit diesem Geld soll der Treiber auf allen älteren Allwinner-SoCs wie A10 (Cubieboard), A13 (A13-Olinuxino), A20 (Cubieboard 2, A20-Olinuxino), A33 (A33-Olinuxino, BananaPi M2-Magic), R8 (CHIP) und R16 (NES and Super NES classic) läuft. Die bereits funktionierende MPEG2-Unterstützung soll vollendet und die H.264-Dekodierung soll implementiert werden. Weiter soll der Allwinner-Display-Treiber ertüchtigt werden, die dekodierten Videos ohne Konvertierung und Kopieren direkt anzuzeigen. Eine Bibliothek soll geschrieben werden, um die Einbindung in Video-Player zu erleichtern, und der Treiber soll in den offiziellen Linux-Kernel eingebracht werden.

Da das Minimalziel der Kampagne bereits übertroffen wurde, kommen die erweiterten Ziele ins Spiel. Erstes Ziel ist die Unterstützung der neueren Allwinner-SoCs wie H3 (Orange Pis, Nano Pi M1 u.a.), H5 (Orange Pi PC2, NanoPi NEO2 und weitere) und A64 (Pine64, BananaPi M64 u.a.). Die Finanzierung dieses Ziels ist bereits gesichert. Wenn 30.800 Euro zusammenkommen, wird auch die Dekodierung von H.265 implementiert. Bei Erreichen von 44.000 Euro soll außerdem noch die Kodierung von H.264 dazukommen.

Die Arbeit wird von Maxime Ripard und Paul Kocialkowski, einem Praktikanten bei Bootlin, ausgeführt. Ende Juni soll sie abgeschlossen sein.

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