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Di, 27. März 2001, 17:12

Unternehmen

PR: Chaos Computer Club: ``Herr Siemens, Ihr Filter stinkt!''

Der Chaos Computer Club würdigt die Internet-Zensursoftware der Firma Siemens im Rahmen des Chaos Cebit Awards.

Der diesjährige Chaos CeBIT Award wird am Dienstag, den 27. März um 16:00 Uhr der Firma Siemens auf dem Stand C20 in Halle 3 verliehen. Damit würdigt der Chaos Computer Club die besonderen Verdienste, die die Firma Siemens mit ihrer Software "Smartfilter" um die Internet-Zensur und Kommunikationsverhinderung erworben hat.

"Smartfilter" ist eine redaktionell gepflegte Datenbank von Internetadressen, die sowohl als hausinterne Kindersicherung bei Siemens gegen die eigenen Mitarbeiter eingesetzt wird, als auch als Standardsoftware zur Filterung von Internet-Inhalten Interessierten angeboten wird.

Der Chaos Computer Club ist in "Smartfilter" in der Rubrik "Criminal Skills" eingetragen. Damit sind Internet-Adressen, die auf "ccc.de" enden, für Siemens-Mitarbeiter und andere durch "Smartfilter" vor dem Internet beschützte Menschen weder mit einem WWW-Browser, noch per E-Mail erreichbar.

Die Einordnung von Internet-Adressen in die Rubriken entbehrt bei "Smartfilter" nicht einer gewissen Komik: So steht die amerikanische Hackerzeitschrift 2600 (www.2600.com) genauso wie die Bundesregierung (www.bundesregierung.de) in der Rubrik "Politics, Opion, Religion", die Seiten vom Mitsubishi Electric werden unter "Personal Pages" geführt, die Seiten von Microsoft finden sich in gar keiner Kategorie.

Insbesondere die Tatsache, daß zwar etliche Gewerkschaften mit ihrem Internet- Angebot im Filter hängenbleiben, jedoch kein einziger Arbeitgeberverband, ist nach Ansicht des CCC allerdings besorgnisserregend.

Der CCC ist der Ansicht, dass ein gefiltertes Internet dem Grundrecht auf freie Kommunikation widerspricht. Ein Filter für das Internet kann darüberhinaus jederzeit umgangen werden, indem die Seiten durch sogenannte Proxies bezogen werden. Es bleibt die Illusion einer machbaren Zensur und die Gängelung der Benutzer. "Hier wird versucht, ein soziales Problem mit technischen Mitteln zu lösen. Wer so handelt, zeigt, dass er weder die Funktionsweisen der Technik noch der Gesellschaft begriffen hat", sagte Jens Ohlig, Sprecher des CCC zu der Preisverleihung an Siemens.

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