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Sa, 8. September 2001, 13:52

Gesellschaft::Politik/Recht

Bundestag ohne Microsoft?

Wie die deutsche online Ausgabe das »Spiegel«-Magazines berichtet, plant der deutsche Bundestag ernsthaft, den Gebrauch von Microsoft-Programmen aufzugeben und OpenSource einzusetzen.

Wie Spiegel-Online gestern berichtete, plant der Bundestag, die Struktur der EDV-Landschaft zu ändern und Microsoft-Programme durch OpenSource-Anwendungen zu ersetzen. Grund für diese Überlegungen stellen massive Sicherheitsbedenken seitens der Verantwortlichen dar. »Es ist doch Besorgnis erregend, dass sich 80 Prozent der Viren über Software von Microsoft verbreiten«, zitiert Spiegel-Online Monika Griefahn, Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien.

Nach Meinung von Jörg Tauss, Vorsitzender des Unterausschusses für Neue Medien, seien diese Bedenken Grund genug, um den Bundestag zur »Microsoft-freien Zone« zu machen. In der Vergangenheit liebäugelte Tauss schon sehr oft mit Linux als Betriebssystem für die EDV-Struktur des Budestages, konnte aber bislang seine Pläne nicht durchsetzen.

Bereits in Mai suchte der Bundestag nach einen Ersatz für Windows NT-Server. Zur damaligen Zeit informierte sich die Institution über die Möglichkeit, Linux als Betriebssystem im Bundestag zu installieren. Nach Aussage des Parlamentarischen Geschäftsführers der CDU/CSU Fraktion, Eckart von Klaeden, war man auf der Suche nach einem Ersatz für Windows NT. Von Klaeden hegte allerdings schon damals Bedenken, dass Linux-Firmen in der Lage wären, eine Installation in der geforderten Größe von rund 5000 PCs durchzuführen. "Wir warten auf Angebote", sagte er.

Während die deutschen Behörden nur zögerlich Linux als Betriebsystem einsetzen, gehen unsere europäischen Nachbarn bereits einen Open-Source-Weg. Noch im Dezember des vergangenen Jahres installierte die französische Steuerbehörde 950 Linbox-Server mit Linux in ihren Räumen. Die Rechner dienen als Applikations-Server mit der Applikations-Server-Software von Oracle und mit Red Hat 6.2.

Auch Polen will die interne Serverarchitektur gegen Linux austauschen. Wie wir bereits berichtet haben, will das polnische Ministerium für Kommunikation zwischen 2001 und 2006 die ausschließliche Einführung von OpenSource in Behörden und allen kommerziellen Einrichtungen des Ministeriums durchführen. Darüber hinaus wollen die Verantwortlichen freie Software in Polen promoten und unterstützen.

Microsoft und ActiveState reagieren darauf mit einem »Linux Migration Guide«. Nach teilweise eher unbeholfenen Aktionen, bei denen Microsoft unter anderem Linux als Gefahr für die Software-Industrie darstellte, folgt nun der nächste Schritt. In Zusammenarbeit mit Active State und Visit 3 Leaft Solutions stellt Microsoft jetzt eine Anleitung online, um OpenSource-basierte E-Commerce-Angebote auf Microsoft-Technologien zu migrieren und dem User zu helfen, von Linux auf Windows umzusteigen.

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