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Mo, 24. September 2001, 22:26

Gesellschaft::Politik/Recht

Open Source für die Verwaltungen in der EU

Freie Software soll mehr in öffentlichen Behörden und der Verwaltung in der Europäischen Union (EU) eingesetzt werden - zu diesem Ergebnis kommt die IDA.

Aus einer groß angelegten Untersuchung der IDA (Interchange of Data between Administrations), einer Analystengruppe der Europäischen Kommission, geht hervor, dass Open Source in der öffentlichen Verwaltung stärker eingesetzt werden soll. Die Gruppe spricht eine Empfehlung für freie Software aus und fordert einen verstärkten Einsatz dieser in öffentlichen Einrichtungen. Zugleich bemängelt das Papier den sehr zögerlich vorangehenden Einsatz alternativer Systeme wie Linux.

Nach Aussagen der Analystengruppe nimmt Deutschland einen führenen Platz in der Europäischen Union beim Einsatz von freier Software ein. Leider ist dieser Einsatz nach Meinung von IDA immer noch auf private Haushalte und Bildunseinrichtungen beschränkt und kaum in der öffentlichen Verwaltung anzutreffen. Schlusslicht beim Einsatz von freier Software in öffentlichen Einrichtungen stellen nach Untersuchung der Komission Italien oder Schweden dar. In diesen Ländern spielt Open Source nach Aussage von IDA kaum eine Rolle und findet praktisch keinen Einsatz. Bei Schweden sprechen die Experten gar von einem Paradox. Obwohl Linux in privaten Haushalten in diesen Ländern sehr verbreitet ist, wird es kaum in Behörden genutzt. Die Kommision spricht gar von einem »MS-Windowsland«.

Weitere Kritikpunkte äußerten die Analysten ebenso bei der Auslieferung von bereits konfigurierten Geräten. Nach Meinung der Experten behinderte die Bindung eines Betriebssystems wie Windows an ein fertiges Produkt die Verbreitung von freier Software.

Obwohl in Deutschland der Einsatz von freier Software durchaus verbesserungswürdig wäre, heben die Autoren des Dokuments besonders den Einsatz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie hervor. Dabei zitieren die Experten die Vielzahl an Publikationen, die das Ministerium herausgegeben hat und die Kostenaufstellung zwischen Freier und Kommerzieller Software. Ferner hebt IDA die Gründung von BerliOS hervor, einer Sourceforge-ähnlichen Plattform, die freie Projekte beherbergt und diesen die nötige Serverarchitektur zur Verfügung stellt.

Im Hinblick auf den angestrebten einheitlichen Standard beim Datenaustausch zwischen Behörden in der Europäischen Union spricht die Kommision eine Empfehlung für den Einsatz von Linux aus.

Das knapp ein Megabyte große Dokument kann ab sofort vom Server der Analystengruppe heruntergeladen werden.

Dank an Magnus Sardy für seinen Hinweis.

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