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So, 30. September 2001, 22:58

Software::Web

W3C will unfreie Web-Standards ermöglichen

Ein Vorschlag des World Wide Web-Konsortiums (W3C) soll es möglich machen, daß das W3C künftig auch Standards unterstützen kann, deren Nutzung die Zahlung von Lizenzgebühren erfordert.

Das neue Lizenzmodell RAND ist zwar noch nicht spruchreif, doch soll es im Februar beschlossen werden. Zwar wurde um Feedback gebeten, aber die Frist dafür ist heute abgelaufen.

Das W3C hat über 500 Mitglieder (Firmen und Organisationen) und 66 Mitarbeiter, die Standards, Referenz-Implementationen und Validierungs-Tools erstellen.

Der derzeitige Entwurf der Lizenz soll offenbar so schnell wie möglich durchgepeitscht werden, sogar unter Umgehung der normalerweise üblichen Wege.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Patente auch auf dem Internet-Sektor scheint das W3C der Ansicht zu sein, daß man lieber Empfehlungen herausgibt, die mit Lizenzzahlungen verbunden sind, als gar keine Einigung zu erzielen. Daß dies keinesfalls hilft, die Flut von Patenten zu bekämpfen, und vollständig unverträglich mit der Entwicklung freier Software ist, scheint nicht zu stören.

Das W3C hat bereits begonnen, die neue Lizenz anzuwenden. Im kürzlich verabschiedeten SVG (Scalable Vector Graphics) Standard behalten sich Apple, IBM, Eastman Kodak und Quark ausdrücklich vor, zur Kasse zu bitten, falls ihre Patente Teile des Standards mit abdecken.

Kernel-Hacker Alan Cox hat sich in einem offenen Brief in scharfer Form gegen diese Absichten gewandt. »Ich kann die Verrottung des W3C bis hierher riechen«, schreibt er. Dieses Vorgehen würde die großen Firmen begünstigen auf Kosten der 80% kleineren Firmen und der Benutzer. Ein durch Patente behindertes Web wäre gar eine Gefahr für die Freiheit der Kommunikation. (Dank an Marco Rinck für den Hinweis.)

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