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Do, 25. Oktober 2001, 15:36

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Borland-Entwickler verärgert über DLL-Loader

Ein technisches Detail im dynamischen Library-Loader von Linux macht Borlands Kylix zu schaffen, und einer der Kylix-Entwickler ist mit der Reaktion der Open-Source-Gemeinschaft darauf nicht zufrieden.

Stein des Anstoßes ist, daß der DLL-Lader von Linux Fehlercodes im Initialisierungscode nicht behandelt. Borland ging bei der Entwicklung von Kylix davon aus, daß dies möglich wäre, weil es unter Windows offenbar so ist. Kylix-Entwicker Danny Thorpe hält dies für einen Fehler und behauptet, Borlands einzige Option sei, auf eine Korrektur durch die Open-Source-Entwickler zu warten.

Open-Source.Experten wie Bruce Perens, Miguel de Icaza und Eric Raymond tendieren dazu, dies nicht als Bug, sondern als Feature zu betrachten. "In C [unter UNIX] initialisieren sich Bibliotheken nicht selbst, sie werden zur Laufzeit von der Applikation initialisiert", so Raymond.

Borland hätte durchaus andere Optionen, als einfach zu warten und das Problem als unlösbar abzutun. Gordon Matzigkeit vom GNU ld-Entwicklerteam schlug eine Lösung vor, die keine Änderung im Lader benötigt, und fragte, warum dies nicht ausreichend sein solle. Bruce Perens und Miguel de Icaza schlugen vor, daß Borland eine eigene Version des Loaders verwenden solle - eine nahezu triviale Umstellung. Linus Torvalds ist der gleichen Meinung und erwähnte, daß XFree86 genau dies tut, wenn auch aus anderen Gründen.

Eine Änderung des bestehenden DLL-Loaders kommt aus technischen Gründen nicht in Frage, da as zu Problemen mit anderen Applikationen führen würde. Aber trotz der aufgezeigten Alternativen scheint Thorpe nicht gewillt, das Problem in Kylix zu beseitigen. Möglicherweise möchte Borland - oder Thorpe - kein Geld mehr in die Kylix-Entwicklung stecken, selbst für eine so simple Sache wie diese. Doch dann sollte er es auch so sagen und nicht Open Source für das Problem verantwortlich machen. Mit seiner Haltung hat er nun seinerseits die Open-Source-Entwickler verärgert und dürfte in Zukunft kaum noch für voll genommen werden.

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