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Mi, 9. Januar 2002, 21:15

Gemeinschaft

Linux-Verband gegen Kritik des VSI

In einem erneuten Offenen Brief nahm LIVE-Vorstandmitglied Daniel Riek Stellung zu der [a 0.3840]Kritik des VSI-Vorsitzenden[/a] Gallist und dessen Fragen nach Gewährleistung, Support und dem Verhältnis von proprietärer und Freier Software.

Nach Meinung von Riek besteht keineswegs ein Widerspruch, wie Gallist behauptet, zwischen dem freien Betriebssystem und den Geschäftsmodellen der deutschen IT- und Software-Unternehmen. Auch was die Gewährleistung angeht, so will Riek mit Zitaten aus der von Microsoft verwendeten Lizenz und den darin enthaltenen Haftungsbeschränkungen den Beleg liefern, dass Freie Software hier zumindest nicht schlechter dasteht als proprietäre Software. Nach Aussage des Vorstandmitglieds bestimmt in beiden Fällen das geltende Recht etwaige Support-Verträge das Maß der Gewährleistung. Bezüglich des Supports verweist Riek auf das existierende, flächendeckende Supportangebot in Deutschland sowie die teilweise auch von Großunternehmen angebotene 24/7-Unterstützung.

Ferner stellt Riek in seinem Schreiben die vom VSI-Vorsitzenden aufgestellte Argumentation bezüglich Offenlegung des Quellcodes richtig. Es sei nach Auffassung des LIVE-Mitgliedes Gallist entgangen, dass »es bei "Open Source Software" weniger um die Auslieferung des Sourcecode an einzelne Kunden geht als vielmehr um das Recht jedes Kunden, diesen Sourcecode zu verändern, beliebig einzusetzen oder auch weiterzugeben.« Der Zugang zum Quellcode sei eine technische Voraussetzung und nicht das eigentliche Thema.

Den meisten Software-Unternehmen dürfe die Frage nach dem Betriebssystem zunächst relativ gleichgültig sein, stellt Riek fest und wundert sich über die Haltung des VSI-Vorsitzenden. »Meines Wissens befinden sich unter Ihren Mitgliedern insgesamt nur zwei Hersteller von Betriebssystem-Software - Microsoft und Sun -, von denen nur einer von dieser konkreten Fragestellung betroffen ist und kein einziger seine Betriebssysteme maßgeblich in Deutschland entwickeln lässt«, schreibt Riek. »Dieselben beiden Unternehmen sind wohl auch die einzigen Hersteller von Office-Paketen, die hier zur Debatte stehen.« Riek bemängelt weiter, dass die Aussagen von Gallist weniger als als Standpunkt der »Softwareindustrie Deutschlands« als vielmehr Ausdruck der Interessen der Firma Microsoft darstellt.

Bereits seit einigen Monaten wird eine öffentliche Auseinandersetzung um den möglichen Einsatz von GNU/Linux und anderer Freier Software im Deutschen Bundestag geführt. Neben Abgeordneten melden sich immer mehr Vertreter der Industrie und Wirtschaft zu Wort.

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